Korruption
Bulgariens Ex-Regierungschef Borissow festgenommen

Wegen Verdachts auf Missbrauch von EU-Geldern ist der frühere bulgarische Ministerpräsident Boiko Borissow festgenommen worden. Die EU-Generalstaatsanwaltschaft ermittelt in 120 Betrugsfällen, wobei auch ehemalige Kollegen von Borissow verhaftet wurden.

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Der frühere Ministerpräsident von Bulgarien: Boiko Borissow.

Der frühere Ministerpräsident von Bulgarien: Boiko Borissow.

Keystone

Der frühere bulgarische Ministerpräsident Boiko Borissow ist wegen des Verdachts auf Missbrauch von EU-Geldern festgenommen worden. Auch Ex-Finanzminister Wladislaw Goranow, die frühere Chefin des Haushaltsausschusses des bulgarischen Parlaments, Menda Stojanowa, sowie die frühere Chefin der Regierungspressestelle, Sewdalina Arnaudowa, sind festgenommen worden, wie die amtliche Nachrichtenagentur BTA am Donnerstagabend unter Berufung auf das Innenministerium berichtete.

Die Festnahmen erfolgten bei einer grossen Polizeirazzia im Zuge von Ermittlungen der EU-Generalstaatsanwaltschaft zu 120 Betrugsfällen in Bulgarien, für die Hinweise eingegangen sind. An vielen Adressen habe es Durchsuchungen und Beschlagnahmen gegeben, hiess es ohne nähere Details. Borissow war mit kurzer Unterbrechung von 2009 bis 2021 Ministerpräsident Bulgariens gewesen.

Vor Borissows Haus in Bankja, unweit der Hauptstadt Sofia, protestierten Dutzende Anhänger der grössten Oppositionspartei GERB sowie Mitglieder der Parteiführung. Borissows Anwalt Menko Menkow sagte dem Staatsradio, der frühere Regierungschef sei vorerst für 24 Stunden festgenommen worden. Borissow wurde in die Polizeizentrale in Sofia gebracht, wie das Staatsfernsehen berichtete. «Niemand steht über dem Gesetz», schrieb Regierungschef Kiril Petkow auf Facebook. Seine Anti-Korruptionspartei PP regiert seit Dezember 2021 mit einem Vier-Parteien-Kabinett. (dpa)

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