US-Wahlen
Hier lobt sich US-Präsident Obama 17 Minuten lang selbst

Nun ist auch US-Präsident Barack Obama ein Wahlkämpfer. Am TV und im Internet hat er ein 17 Minuten langes Video lanciert. Das in bester Hollywood-Manier fabrizierte Filmchen macht eines deutlich: Der Präsident hat alles richtig gemacht.

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«The Road We've traveled» (Den Weg, den wir zurücklegten) beginnt mit dem Anfang, der Wahlfeier Barack Obamas. Da tritt ein jubelnder Präsident mit seiner Familie auf, vor ihm jubelt das Volk. Die Bilder sind auf Hochglanz getrimmt, das Ganze leicht verlangsamt. Der Hochglanz wird über weite Strecken beibehalten - der Jubel aber nicht.

Denn schon bald, nach wenig Sekunden, bricht die schlimmste Krisen aus. Börsenkrach, Bankenpleiten, Arbeitslose, Leute ohne Arbeit. Und mitten drin eine neuer, junger Präsident, der von «We must rebuild Amercia», von harten Entscheidungen ist die Rede. Und der Präsident packt es alles an, handelt und wird dabei immer grauere Haare bekommen. Die so wichtige Auto-Industrie hat er gerettet, die grösste Gefahr von aussen, Al-Kaida-Chef Osama Bin Laden, hat er zur Strecke gebracht.

Alles gepackt

Klar wird aus dem 17 Minuten langen Streifen: Der Präsident hat nicht nur zugepackt, er hat es auch gepackt - und zwar alles. Dass die Gesundheitsreform beispielsweise noch nicht unter Dach und Fach ist, blendet das Video kurzerhand aus.

Für diese Frohbotschaft hat Obama keine Kosten gescheut und Support von Hollywood bekommen. Regie führte kein geringer als Davis Guggenheim. Er hat bereit den Al-Gore-Film «An inconvenient truth» («Eine unbequeme Wahrheit») gedreht und dafür einen Oscar eingeheimst. Die sonore Stimme aus dem off kommt von Tom Hanks.

Das Unterfangen ist minutiös geplant, die ersten Aufnahmen wurden bereits in der Wahlnacht gemacht. Obama hat dabei auch keine Kosten gescheut.

Auch Vize Biden schaltet auf Wahlkampf-Modus

Seinen ersten Wahlkampf-Auftritte in diesem Jahr absolvierte auch Vizepräsident Joe Biden. Er kritisierte dabei die republikanischen Präsidentschaftsbewerber als Beschützer der Privilegierten kritisiert. Präsident Barack Obama sei dagegen der Anwalt der Mittelschicht, sagte Biden am Donnerstag in Toledo im US- Staat Ohio.

Besonders scharf griff er Mitt Romney, Rick Santorum und Newt Gingrich an, weil sie während der Finanzkrise die Rettung der US- Autoindustrie durch den Staat abgelehnt hätten. Diese Massnahme habe während der Rezession 1,4 Millionen Arbeitsplätze gerettet.

«Wenn ihr diesen Leuten die Schlüssel zum Weissen Haus überlasst, führen sie die Mittelschicht in den Bankrott», sagte Biden auf dem ersten von vier Wahlkampfterminen in den kommenden Wochen. (rsn/sda)

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