Nepal
Gewaltiges Nachbeben in Nepal: Wieder Tote, weitere Häuser zerstört

Ein neues gewaltiges Erdbeben hat den Himalaya erschüttert und zahlreiche Tote gefordert. In Nepal starben nach offiziellen Angaben mindestens 40 Menschen, in Indien 17 Menschen und in China eine Frau.

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Die beiden Epizentren des ersten Erdbebens und des schweren Nachbebens
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Nepalesen versammeln sich nach dem schweren Nachbeben im Freien (13)
Nepalesen versammeln sich nach dem schweren Nachbeben im Freien (12)
Nepalesen versammeln sich nach dem schweren Nachbeben im Freien (10)
Nepalesen versammeln sich nach dem schweren Nachbeben im Freien (11)
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Nepalesen versammeln sich nach dem schweren Nachbeben im Freien (9)
Schweres Nachbeben erschüttert Nepal
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Nepalesen versammeln sich nach dem schweren Nachbeben im Freien (4)
Nepalesen versammeln sich nach dem schweren Nachbeben im Freien (6)
Nepalesen versammeln sich nach dem schweren Nachbeben im Freien (1)
Nepalesen versammeln sich nach dem schweren Nachbeben im Freien (3)
Nepalesen versammeln sich nach dem schweren Nachbeben im Freien (2)
Das Nachbeben war auch in Neu Delhi zu spüren, Indische Büroangestellte stehen auf der Strasse.
Das Nachbeben war auch in Neu Delhi zu spüren, Indische Büroangestellte stehen auf der Strasse.
Nepalesen strömen nach dem Nachbeben auf die Strasse.
Das Nachbeben war auch in Neu Delhi zu spüren, Indische Büroangestellte stehen auf der Strasse.
Nepalesen sammeln sich nach dem Nachbeben in einem Zelt.
Das Nachbeben war auch in Neu Delhi zu spüren, Indische Büroangestellte stehen auf der Strasse.
Ein indischer Büroangestellter verlässt ein Gebäude nach einem Nachbeben in Nepal.
Nepalesen strömen nach dem Nachbeben auf die Strasse.
Nepalesen strömen nach draussen nach dem Nachbeben.

Die beiden Epizentren des ersten Erdbebens und des schweren Nachbebens

Keystone

Allein in Nepal gab es offiziellen Zahlen zufolge weit über 1000 Verletzte. Zahlreiche Gebäude - durch das verheerende Beben vor 17 Tagen schon instabil geworden - stürzten am Dienstag ein. Das indische Militär veröffentlichte Bilder, auf denen zahlreiche Erdrutsche an Berghängen zu sehen sind.

"In einigen Dörfern in diesen Gegenden erwarten wir völlige Zerstörung", sagte Laxmi Dhakal vom Innenministerium in Kathmandu. Die US-amerikanische Geologiebehörde USGS gab die Erdbebenstärke mit einer Magnitude von 7,3 an. Beim Beben vor zweieinhalb Wochen waren 7,8 gemessen worden. Seitdem wurden mehr als 8000 Tote geborgen.

Menschen rennen auf die Strasse

Das ganze Ausmass der neuen Katastrophe war zunächst nicht klar: "Wir bekommen noch immer viele Berichte über Opfer und Schäden herein", sagte Ram Kumar Dangal, Chef der Katastrophenhilfe Nepals. Die Erdrutsche hätten ganze Siedlungen unter sich begraben.

Während die Erde mehr als 40 Sekunden lang zitterte, rannten die Menschen überall in Nepal nach draussen. "Die Menschen waren alle total verängstigt und schrien", sagt Sunjuli Singh, die für die Hilfsorganisation World Vision in Kathmandu arbeitet. "Sie versammelten sich in der Mitte der Strassen, möglichst weit weg von den Wänden, aus Angst, diese würden einstürzen."

Die Telefonverbindungen in Kathmandu waren zunächst völlig überlastet. Jeder habe versucht, Familienmitglieder zu erreichen, sagte Singh. Der Verkehr kam zum Erliegen.

Die Menschen begannen erneut damit, Zelte auf öffentlichen Plätzen und in ihren Gärten aufzubauen - dabei hatten sie diese oft erst vor wenigen Tagen abgebaut und waren in ihre Häuser zurückgekehrt. "Es sieht so aus, als solle Nepal diesmal komplett zerstört werden", sagte ein Bewohner.

Erde hört nicht auf zu beben

Im Abstand von wenigen Minuten folgten am Dienstag weitere, schwächere Beben. Eines sei stärker als 6 gewesen und drei stärker als 5, sagte Dhakal.

Das Epizentrum des grossen Nachbebens lag nach Angaben des Deutschen Geoforschungszentrums in Potsdam nur wenige Dutzend Kilometer östlich von Kathmandu, nahe der Grenze zu China. Vor zweieinhalb Wochen war das stärkste Zittern westlich von Kathmandu zu spüren gewesen.

Nepal liegt auf der Stelle, wo sich die Indische in die Eurasische Platte schiebt. Deswegen kommt es immer wieder zu schweren Erdbeben. Das Nachbeben war bis nach Kolkata und in die indische Hauptstadt Neu Delhi zu spüren. Dort wurde die U-Bahn vorübergehend angehalten.

UNO erinnert an SpendenversprechenBei dem Beben am 25. April waren fast eine halbe Million Häuser in Nepal zerstört oder schwer beschädigt worden. Millionen Nepalesen leben derzeit in Zelten, vor allem in den Bergen, wo die einfachen Lehm- und Steinhäuser den Erschütterungen nicht standhielten.

Die Vereinten Nationen erinnerten daran, dass nach dem grossen Beben nur 13 Prozent der geforderten Gelder für UNO-Hilfsorganisationen eingegangen seien. Es sei mehr nötig, um besser Hilfe leisten zu können, teilte das UNO-Büro für Katastrophenhilfe (OCHA) via Twitter mit.

Nach UNO-Angaben waren etwa ein Viertel der Bevölkerung des armen südasiatischen Landes vom ersten Erdstoss betroffen. In den am stärksten betroffenen Gegenden seien 95 Prozent der Häuser zerstört.