USA
Detroits Stadtkasse ist leer: Die «Motor City» steht kurz vor der Pleite

Die einst blühende US-Autometropole Detroit steht kurz vor dem Finanzkollaps. Der vom Bundesstaat Michigan eingesetzte Sonderfinanzverwalter Kevyn Orr sagte am Freitag, die Stadt sei praktisch zahlungsunfähig.

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Detroit droht die Zahlungsunfähigkeit

Detroit droht die Zahlungsunfähigkeit

Keystone

Er rief daher die Gläubiger zu einem "gemeinsamen Opfer" auf. Sollten die Investoren, darunter auch Pensionsfonds, nicht auf einen Teil ihrer Forderungen von 17 Mrd. Dollar verzichten, drohe die grösste Stadtpleite in der US-Geschichte.

Detroit steckt trotz einer Erholung der in der Region beheimateten Auto-Konzerne General Motors und Ford in einer tiefen Krise. In der Stadt - einst mit 1,8 Millionen Einwohnern die fünftgrösste der USA - leben heute nur noch 700'000 Menschen, davon ein Drittel in Armut. Viele öffentliche Dienste wie etwa Strassenbeleuchtungen funktionieren nicht mehr, zahlreiche Wohnungen und Geschäfte stehen leer.

Die Ausgaben zum Betrieb der städtischen Dienste haben nach früheren Angaben von Orr seit 2008 die Einnahmen jährlich um rund 100 Millionen Dollar überstiegen. Zudem zehren Zahlungen für Langfrist-Verbindlichkeiten von rund 8,5 Mrd. Dollar fast 20 Prozent des Haushalts auf. Darüber hinaus belasten milliardenschwere Pensionsverpflichtungen die Stadtkasse.

Orr verhandelt derzeit mit Gewerkschaften und Gläubigern über weitere Einsparmöglichkeiten und hofft dabei auf Klarheit bis Ende Juni. Dabei könnte es auch um Umschuldung und Zahlungsaufschub gehen. New York, Philadelphia und Cleveland konnten auf ähnlichem Weg bereits eine Pleite abwenden.