US-Wahlen
5 Fragen und Antworten zur Wahlnacht

Dagmar Heuberger
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Keystone

1. Wie funktioniert das Wahlsystem?

Die Wahl des amerikanischen Präsidenten ist keine direkte Volkswahl. Auf den Wahlzetteln stehen zwar die Namen der Kandidaten, aber die eigentliche Präsidentenwahl nehmen 538 Wahlleute (Elektoren) vor. Jeder Staat stellt so viele Elektoren, wie er Abgeordnete und Senatoren im Kongress hat. In fast allen Staaten gilt, dass der Sieger alle Elektorenstimmen erhält («the winner takes it all»). Die magische Zahl ist 270: So viele Stimmen braucht es für die Wahl.

2. Wann schliessen die Wahllokale?

Wer bei uns die Entscheidung mitverfolgen will, muss sich die Nacht um die Ohren schlagen: Bis 2 Uhr MEZ schliessen die Wahllokale in etwa der Hälfte der Staaten, darunter Florida, Georgia, North Carolina, South Carolina, Ohio und Pennsylvania. Um 3 Uhr MEZ endet die Wahl unter anderem in Arizona, Michigan und Wisconsin. Bis 7 Uhr schliessen die letzten Wahllokale an der Westküste und Alaska.

3. Wann ist mit dem Ergebnis zu rechnen?

Nach Schliessung der Wahllokale im jeweiligen Staat veröffentlichen die US-Medien Prognosen, sogenannte Exit Polls, die auf Wählerbefragungen nach der Stimmabgabe basieren. Vor vier Jahren stand das Ergebnis um 5.15 Uhr MEZ fest, nachdem die Wahllokale in Kalifornien, dem bevölkerungsreichsten Bundesstaat, geschlossen hatten.

4. Welche Staaten entscheiden die Wahl?

In vielen Staaten ist von vornherein klar, wer die Stimmen der Elektoren bekommt. Das liegt daran, dass diese Staaten entweder von den Republikanern oder den Demokraten klar dominiert werden. Wichtig sind daher die «Swing States» oder «Battleground States», in denen sowohl Hillary Clinton als auch Donald Trump eine realistische Siegeschance sehen.

5. Wie sehen die Chancen von Clinton und Trump in den «Swing States» aus?

Besonders wichtig für die Kandidaten sind die «Swing States» mit vielen Elektorenstimmen, also Florida (29 Stimmen), Pennsylvania (20), Ohio (18), Michigan (16), North Carolina (15) und Virginia (13). Der Statistiker und Politexperte Nate Silver, der die beiden letzten Präsidentenwahlen zu 99,5 Prozent richtig prognostizierte, sieht in seinem Wahlblog «FiveThirtyEight» Pennsylvania, Michigan und Virginia als relativ sicher für Clinton an, Ohio relativ sicher für Trump. In Florida und North Carolina sieht er einen hauchdünnen Vorsprung für Clinton.

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