Germanwings
2. Blackbox gefunden +++ Co-Pilot googelte Suizid-Arten und Cockpit-Türen

Nach dem Stimmenrekorder haben die Ermittler auch die zweite Blackbox des abgestürzten Germanwings-Flugzeugs gefunden. Derweil haben Ermittlungen ergeben: Co-Pilot Andreas Lubitz recherchierte im Internet zur Sicherheit von Cockpittüren und Suizid.

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Der Stimmenrekorder der Germanwings-Maschine.

Der Stimmenrekorder der Germanwings-Maschine.

Keystone

Der Copilot Andreas Lubitz informierte sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft Düsseldorf im Internet über Arten einer Selbsttötung und über die Sicherheitsmechanismen von Cockpittüren. Bis zum Tag vor der Katastrophe am 24. März habe er in Suchmaschinen solche Begriffe eingegeben, teilten die Ermittler mit.

Die Fahnder hätten in der Düsseldorfer Wohnung des 27-Jährigen einen Tabletcomputer gefunden und die Daten darauf ausgewertet. Die Suchanfragen seien im Browserverlauf nachvollziehbar.

Nach Erkenntnissen der Ermittler war Andreas Lubitz schon vor Jahren suizidgefährdet gewesen. Die Flugtauglichkeit war ihm jedoch bescheinigt worden.

Zweite Blackbox könnte weiteren Aufschluss geben

Nach dem Sprachrekorder fanden Einsatzkräfte nun auch den Flugdatenschreiber, wie der zuständige Staatsanwaltschaft Brice Robin am Donnerstag in Marseille bestätigte.

Die zweite Blackbox mit den Flugdaten war seit dem Absturz am Dienstag vergangener Woche intensiv in den französischen Alpen gesucht worden. Sie soll weiter Aufschluss geben über die Abläufe im Airbus A320 vor dem Absturz. Die Staatsanwaltschaft machte keine Angaben, ob die Daten der zweiten Blackbox ausgewertet werden können.

Der Flugdatenschreiber zeichnet relevante Daten wie Kurs, Geschwindigkeit, Flughöhe oder Neigungswinkel der Maschine auf. Gespeicherte GPS-Daten geben zudem Auskunft über den genauen Ort eines Unglücks - auch wenn die Trümmer wie im Fall der Germanwings-Maschine weit verstreut sind. Der Flugdatenschreiber kann 25 Stunden lang aufzeichnen, auch Informationen vorheriger Flüge.

Den Sprachrekorder der Maschine hatten Bergungskräfte noch am Unglückstag gefunden. Aus dessen Aufzeichnungen schloss die französische Staatsanwaltschaft, dass der Copilot Andreas Lubitz seinen Kollegen aus dem Cockpit ausgesperrt und die Maschine mit Absicht in die Katastrophe gesteuert haben soll. Der Airbus A320 zerschellte mit einer Geschwindigkeit von etwa 700 Kilometern pro Stunde an einem Bergmassiv in den französischen Alpen. Alle 150 Insassen waren sofort tot.

Die Suche nach dem Flugdatenschreiber nahm rund zehn Tage in Anspruch. Der Stimmenrekorder wurde schon kurz nach dem Absturz geborgen.
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Trümmerteile am Absturzort
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Rettungskräfte in der Nähe der Absturzstelle
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Die Suche nach dem Flugdatenschreiber nahm rund zehn Tage in Anspruch. Der Stimmenrekorder wurde schon kurz nach dem Absturz geborgen.

Keystone