Nach den ursprünglichen Plänen der Investoren hätte der Gestaltungsplan für den Um- und Ausbau des Kurhauses Weissenstein «im Juni» öffentlich aufgelegt werden sollen. Im Juni vertrösteten die Behörden dann auf «August oder September» – nun werden Informationen dieser Zeitung bestätigt, wonach der Schritt erst «nach den Herbstferien, Ende Oktober/Anfang November» erfolgen kann.

Wohl erst anschliessend dürfte dann die eigentliche Baugesucheingabe erfolgen. Ob damit ein Baubeginn wie geplant im Frühling 2017 und die Neueröffnung im Herbst 2018 noch realistisch sind, hängt nicht zuletzt vom Eingang und vom Gewicht möglicher Einsprachen ab. Die Um- und Ausbaukosten sollen dem Vernehmen nach über 10 Mio. Franken betragen.

Sand ins Getriebe gestreut?

Während die auswärtigen Kurhaus-Investoren offiziell einigermassen gelassen auf die eingetretenen Verzögerungen reagieren, machen am Südhang des Solothurner Hausbergs bereits wüste Theorien die Runde: Dass nämlich die kantonalen Instanzen dem ambitionierten Kurhausprojekt Sand ins Getriebe streuen würden. «Davon kann keine Rede sein», verwahrt sich Rudolf Bieri gegen solche Unterstellungen.

Der Leiter Nutzungsplanung im kantonalen Amt für Raumplanung (ARP) bringt als «Gegenbeweis» vor, dass immerhin sogar die kantonale Denkmalpflege grundsätzlich grünes Licht erteilt habe für den Teilabriss des Kurhaus-Ostflügels, die Erstellung einer riesigen Trinkhalle mit Glasfront sowie eines grossen Spielplatzes südlich des Kurhauses.

Was passiert bei Bahnausfall?

Die Verzögerungen seien rein sachlich und verfahrenstechnisch begründet, betont Bieri. So seien im Rahmen des Vorprüfungsverfahrens Fragen thematisiert worden, deren Beantwortung noch einige Zeit beansprucht hätten.

Konkret insbesondere Fragen des Betriebs- und Sicherheitskonzeptes. Rudolf Bieri: «Zum Beispiel: Was passiert, wenn die Seilbahn Weissenstein etwa wegen heftigen Windes nicht mehr fahren kann und bei Grossveranstaltungen im Kurhaus Dutzende bis Hunderte von Gästen stecken bleiben, weil sie nicht ins Tal hinunter gebracht werden können?».

Solche Themen gelte es zusammen mit allen Direktbetroffenen – den Kurhaus-Besitzern, den Betreibern der Gondelbahn, den Bewirtschaftern der Berggasthöfe usw. – vorgängig zu klären und zu regeln.

Die Vorprüfung aller offenen Punkte rund um das Um- und Ausbauprojekt für das Kurhaus soll gemäss Bieri bis zum Herbst abgeschlossen werden können. Dass die öffentliche Auflage des Gestaltungsplans erst Ende Oktober/Anfang November erfolgen kann, habe nichts mit mangelndem guten Willen zu tun, sondern hänge mit den Herbstferien zusammen: «Nicht etwa mit unseren Ferien», beeilt sich der Leiter Nutzungsplanung des Kantons zu betonen, «sondern wegen der allgemeinen Herbstferienzeit: Wenn wir den Gestaltungsplan in dieser Zeitspanne auflegen würden, würde man uns garantiert die böse Absicht unterstellen, die Ferienabwesenheit potenzieller Einsprecher ausnützen zu wollen.» Ebenso wenig führe die Tatsache, dass er selber Ende Juli in Pension geht, zu einer Verzögerung oder gar Behinderung des Verfahrens, unterstreicht der ARP-Mann.

Ein Knackpunkt: Verkehrsregime

«Es braucht halt alles seine Zeit», fügt Bieri auch mit Blick auf die Tatsache an, dass das Kurhaus Weissenstein eben nicht irgendwo liege, sondern Teil eines besonders heiklen Perimeters im Solothurner Jura sei. Gerade diese Lage dürfte denn auch in den anstehenden Auflage- und Genehmigungsverfahren eine wichtige Rolle spielen. Konkret: Am Sonntag gilt am Weissenstein tagsüber jeweils ein absolutes Fahrverbot. – Welche Sonderregelung lässt sich etwa für den genannten Fall eines Bahnausfalls treffen? Die langwierigen Streitereien über den Seilbahn-Neubau und die Diskussionen um das Parkplatzregime während des jüngsten Weissen-stein-Schwingets lassen grüssen.

Grundsätzlich stünde es den Investoren frei, ihr Baugesuch gleichzeitig mit der Gestaltungsplanauflage einzureichen, erklärt ARP-Mann Rudolf Bieri. Damit gehe die Bauherrschaft allerdings ein gewisses Prozessrisiko ein, wenn aus der Gestaltungsplanauflage noch Projektänderungen resultieren sollten. Gegen den Gestaltungsplan wie auch gegen das Baugesuch können Einsprachen gemacht werden.