Waffenlauf

Wiedlisbacher wird wieder durchgeführt: Hans Roth würde sich freuen

6,2 Kilogramm schwer muss der Rucksack sein, wie hier beim Lenzburger Waffenlauf, der jeweils Ende Mai stattfindet.

6,2 Kilogramm schwer muss der Rucksack sein, wie hier beim Lenzburger Waffenlauf, der jeweils Ende Mai stattfindet.

Zur Feier von «100 Jahre Waffenlauf» 2016 wird der Wiedlisbacher Waffenlauf wieder für einmal durchgeführt. Noch gibt es Unklarheiten zum Hans Roth-Waffenlauf, wie der Anlass auch genannt wird.

Vor sieben Jahren wurde der Wiedlisbacher Waffenlauf zum 55. und letzten Mal durchgeführt, und seither ist es in der Region recht still geworden um diese traditionsreiche und einst derart populäre Disziplin. Doch der Hans-Roth-Waffenlauf, wie der Wiedlisbacher auch genannt wird, hat noch immer viele Anhänger.

Und diese planen, den wohl schönsten Lauf der Gattung wieder aufleben zu lassen. In etwas mehr als einem Jahr, am 24. April 2016, soll der Wiedlisbacher noch einmal gelaufen werden, und dies aus gutem Grund: Am 24. April 1916 wurde nämlich der Armeegepäckmarsch vom Zürcher Utogrund nach Wettingen und zurück ausgetragen, der als der erste Waffenlauf gilt.

Dieses Jubiläum soll mit einem letzten Hans-Roth-Waffenlauf gebührend gefeiert werden. «Wir sind noch in der Anfangsphase der Planung», erklärt OK-Chef Emil Berger. Man suche derzeit Gönner, Sponsoren und Inserenten für die Festschrift. Berger möchte keine Details verraten, dafür sei es noch zu früh. «Wir haben vor, am 24. April, also exakt ein Jahr vor der geplanten Austragung, die Öffentlichkeit ausführlich zu informieren.»

Bis dahin wolle das Organisationskomitee auch abklären, ob der Lauf tatsächlich wie in den Ursprüngen noch einmal durch die Verenaschlucht geführt werden darf. Für die Bürgergemeinde Solothurn ist allerdings klar: Es wird nicht mehr auf der Originalstrecke durch die Einsiedelei gehen. «Wir haben aber eine Lösung gefunden. Die Vereinbarung ist bereits unterzeichnet», sagt Bürgergemeindepräsident Sergio Wyniger. Die Strecke wird in der Nähe der Martinsfluh durchführen.

Die Jubiläumsausgabe des Wiedlisbacher wird die Waffenläufer, die im grünen Tenue und mit 6,2 Kilogramm am Rücken – aber immerhin in Turn- statt Militärschuhen – laufen, trotzdem stärker fordern als in den letzten Jahren: Denn sie soll über die ursprüngliche, rund 33 Kilometer lange Strecke führen – nach dem Beginn in Wiedlisbach wird es wieder hinauf nach Rumisberg gehen. In den letzten 17 Jahren seines Bestehens war der harte Aufstieg gleich zu Beginn nicht mehr Teil des Laufes, die Strecke führte bis zum Pflegeheim ob Wiedlisbach und dann in Richtung Attiswil. Die «Wiedlisbacher» der letzten Jahre waren denn auch «nur» 26,3 Kilometer lang.

Der Hans-Roth-Waffenlauf wurde 1954 vom UOV Wiedlisbach erstmals organisiert. Er ist nicht nur wegen der pittoresken Streckenführung ein besonderes Spektakel und ein Klassiker unter den Waffenläufen. Auch der historische Hintergrund ist bemerkenswert: Der Waffenlauf trägt seinen Namen zur Erinnerung an jenen Rumisberger Bauern Hans Roth, der im November 1382 im Wiedlisbacher «Schlüssel» hinter dem Ofen sitzend die Kyburger belauscht haben soll. Roth eilte nach Solothurn, um die Stadt vor dem kriegerischen Überfall zu warnen. Weil es schneite, beschloss er zur Täuschung der Kyburger, seine Schuhe verkehrt herum anzuziehen.

Bis heute wird der jeweils älteste Nachkomme von Hans Roth vom Staat Solothurn mit dem Ehrenkleid und einer symbolischen jährlichen Pension von 1000 Franken bedacht.

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