«Mobi Dick» beherrschte am Dienstag die Solothurner Vorstadt. Der mobile Pneukran mit dem besonderen Kosenamen stand bloss für wenige Stunden auf der Dornacherstrasse, zog in dieser Zeit jedoch einige Blicke auf sich, während er sich langsam zu seiner vollen Grösse entfaltete. Viel Material wurde schliesslich aufs 150 Meter lange und 25 Meter breite Dach des «Perron 1» gehievt.

Dahinter steckt ein Photovoltaik-Projekt der Eigentümerin der Liegenschaft: Die CS Real Estate Investment Management will das Vorhaben bis Ende Juli abschliessen. Die Anlage mit gesamthaft 456 Modulen schlägt mit rund 250'000 Franken Investitionskosten zu Buche und soll etwa 75'000 Kilowattstunden Elektrizität pro Jahr erzeugen. Dies deckt den Strombedarf von rund 25 Haushalten. Die voraussichtliche Leistungsspitze der Anlage wird ungefähr 118 Kilowatt betragen.

Wie Daniela Zulauf Brülhart, Kommunikationschefin von CS Real Estate, ausführt, ist die Anlage in Solothurn lediglich eines von 18 Solarprojekten, die die CS bis diesen Herbst verwirklichen will – mit einem Investitionsvolumen von total 14 Mio. Franken, für eine Jahresproduktion von 6 Megawattstunden. «Diese Investitionen in die Photovoltaikanlagen entsprechen unserer Nachhaltigkeitsstrategie», sagt Zulauf.

In Köniz, Kirchberg, Adliswil und St. Gallen wurden bereits Anlagen gebaut, in der Regionen Solothurn und Aargau geplant oder im Bau sind Projekte in Lenzburg, Spreitenbach, Aarau und eben in Solothurn.

Aktionsradius von 60 Metern

Gestern nun wurde der erste Teil der Anlage durch die Firma Affolter Transporte angeliefert und mit besagtem 76 Tonnen schweren Kran aufs Dach transportiert. Die maximale Bodenbelastung ost- oder westseitig des «Perron 1» liess es nicht zu, dass der Kran dort aufgestellt werden konnte. Stattdessen erfolgte der Transport von Seiten der Dornacherstrasse. Mit einem Aktionsradius von 60 Metern war für den Kran des Typs AT6 die ganze Dachfläche erreichbar.

Angeliefert wurden Gummimatten, um Pflanzwuchs unterhalb der Anlage zu vermeiden, Kabelanlagen, die Unterkonstruktion aus Aluminium sowie Ballaststeine, um die Solaranlage zu stabilisieren. Für die Installation auf dem «Perron 1»-Dach ist die Aarberger Firma Tritec zuständig, die seit 25 Jahren Gebäude vom Einfamilienhaus bis zur Grossliegenschaft mit Photovoltaik-Anlagen ausstattet.

In den kommenden Tagen wird somit die Basis für die eigentlichen Solarpanels installiert. In einer weiteren Etappe werden nächste Woche die 456 Solarmodule angeliefert, mit dem mobilen Kran aufs Dach gehoben und installiert. 62 Tonnen wird die ganze Anlage zuguterletzt wiegen, wovon 45 Tonnen allein die Ballaststeine ausmachen.

Mehrere anspruchsvolle Aufgaben stehen an: Da die obersten Wohnungen mit Atrien versehen sind, muss die Anlage um die Aussparungen herumgebaut werden. Ausserdem gilt es, den Wechselrichter zwischen dem Gleichstrom der Anlage und dem Wechselstrom des öffentlichen Netzes zu installieren. An dieser Schnittstelle arbeitet die Tritec mit der Regio Energie zusammen.

Anspruchsvoll ist das Bauvorhaben auch, weil es in der Nähe der Bahnlinie erfolgt. So muss der Kran wegen der Fahrleitungen jeweils für einen möglichen Zwischenfall geerdet werden.