Kanton Solothurn

Herausforderung im Forstwesen: Ausgelernte wandern in andere Branchen ab

Nur wenige Förster bleiben im Beruf oder entscheiden sich für eine Weiterbildung in der Branche. (Symbolbild).

Nur wenige Förster bleiben im Beruf oder entscheiden sich für eine Weiterbildung in der Branche. (Symbolbild).

Stefan Flury ist bei der Solothurner und Basler Geschäftsstelle «OdA Wald» tätig. Er kennt die Entwicklungen und Herausforderungen in der Branche.

Zu wenig Forstlernende im Kanton Solothurn gibt es nicht. Aber nur wenige Ausgelernte bleiben bei ihrem Beruf oder entschliessen sich für eine Weiterbildung in der Branche. Davon berichtete bereits Samuel Storchenegger vom Forstbetrieb Bucheggberg. Auch Stefan Flury bestätigt diese Problematik. Er ist Forstingenieur FH und mitverantwortlich für die Ausbildung von Forstwartlehrlingen im Kanton Solothurn sowie in den beiden Basler Halbkantonen. «Die Abwanderung in eine andere Branche ist eine Realität», so Flury. Das sei aber ein generelles Problem in der heutigen dynamischen Berufswelt. «Wichtig ist, dass den jungen Berufsleuten attraktive Arbeitsplätze mit Perspektiven geboten werden. Heute bietet auch die Forstbranche viele Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten», erklärt der Forstingenieur. «Die Jungen ihrerseits müssen in erster Linie gerne in der Natur, körperlich robust und teamfähig sein.»

Druck auf Forstpersonal steigt

Nicht nur die Berufswelt wird vielfältiger, sondern auch die Anforderungen an die Lernenden. «Die Aufgaben im Wald sind komplexer geworden, der wirtschaftliche Druck steigt.» Der berufliche Alltag sei geprägt von wirtschaftlichen und ökologischen Aspekten. Auch die körperlichen Anforderungen seien hoch. «Für einen Arbeitstag im Wald braucht man Ausdauer und Kraft», erklärt Flury. «Um dem körperlichen Verschleiss vorzubeugen, werden heute vor der Arbeit vermehrt auch Kräftigungsübungen gemacht und auf eine ausgewogene und angemessene Ernährung geachtet.»

Auch die Sicherheit spiele heute eine wichtige Rolle – wie bereits vor dreissig Jahren. Das spüren nicht nur die Lernenden. «Die Ausbildner tragen diesbezüglich eine grosse Verantwortung», so Flury. Hinzu käme, dass Lernende heute aufgrund der früheren Einschulung immer jünger werden. Deshalb musste 2014 das Mindestalter für gefährliche Arbeiten auch für Lernende Forstwart/-in EFZ und Forstpraktiker/-in EBA auf 15 Jahre gesenkt und entsprechende Präventionsmassnahmen erarbeitet werden. Die Jungen heute würden hingegen weniger handwerkliches Geschick mitbringen. Zu Beginn der Ausbildung hätten sie teilweise auch Mühe, sich im Wald zu bewegen.

Bei den Lernenden, die sich für einen Beruf im Forstwesen entscheiden, handelt es sich grösstenteils um Männer. In der heutigen Zeit stellt auch das die Verantwortlichen vor neue Aufgaben. «Die Forstberufe sind traditionell eine Männerdomäne», so Flury. «Es wird angestrebt, dass vermehrt Frauen in die Branche einsteigen und sich etablieren können.»

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