Solothurn

Fallen zwölf Parkplätze dem Langsamverkehr zum Opfer?

Westbahnhofstrasse Solothurn

Westbahnhofstrasse Solothurn

Die Veloachse aus der Solothurner Weststadt ins Stadtzentrum soll über eine Strecke von rund 100 Metern verbessert werden: Dies fordert eine SP-Motion. Diesem Vorhaben könnten aber zwölf Parkplätze zum Opfer fallen.

Eine Aufwertung der Wengistrasse erhofften sich die SP-Motionäre Reiner Bernath und Daniel Wüthrich mit ihrem gleichnamigen Vorstoss, der am Dienstag anlässlich der Gemeinderatssitzung behandelt wurde. Um es vorwegzunehmen: Bernath schwächte die Motion flugs ab und machte sie zum Postulat. So soll eine Neugestaltung des Abschnitts zwischen Westbahnhof- und Lagerhausstrasse und damit eine Attraktivierung für Anwohner, Passanten und Gewerbebetriebe geprüft werden.

«Totalsperre wäre zu absolut»

Von der ursprünglich geforderten Totalsperre dieses Strassenabschnitts und der Verkehrsumleitung auf die Poststrasse rückte Bernath nach der Motionsantwort ebenfalls ab: «Wir haben eingesehen, dass es zu absolut wäre» – zumal Stadtpräsident Kurt Fluri verdeutlicht hatte, dass in fraglicher Zone Parkplätze erschlossen seien. Ebenso steht mittelfristig eine Umgestaltung der Wengistrasse ohnehin in Aussicht: Bis 2016 klärt eine Studie, wie man den Postplatz umgestalten könnte. Der Vorstoss passierte den Rat mit einem Zweidrittelmehr in seiner nunmehr entschärften Variante als Postulat.

Veloachse Weststadt ins Zentrum stärken

Doch damit nicht genug der Umgestaltung: Eine zweite Motion der gleichen Initianten fordert eine direkte Veloachse zwischen Westbahnhof und Amthausplatz. Gerade der Umweg über die Schanzenstrasse und an der Bushaltestelle am Amthausplatz vorbei sei wenig sinnvoll. Deshalb sollte die Veloachse vom Bahnhof zum Amthausplatz über die 100 Meter lange obere Westbahnhofstrasse geführt werden. Diese ist zurzeit als Einbahnstrecke lediglich in umgekehrter Richtung durch Velos befahrbar.

Optional würden für die bessere Befahrbarkeit an dieser Strasse zwölf Parkplätze aufgehoben werden. «Plötzlich wird der Langsamverkehr zum schnellsten und somit attraktiv», rühmte Heinz Flück von den Grünen. «Uns stört die Aufhebung von zwölf Parkplätzen», monierte Beat Käch (FDP). Parteikollege Urs Unterlerchner stützte sein Votum mit Blick aufs dortige Gewerbe: «Das Wegstreichen dieser Parkplätze hat Konsequenzen. Und dies an einer Lage, die aus gewerblicher Sicht ohnehin nicht begünstigt ist.» Man sei grundsätzlich nicht mit Parkplätzen gesegnet, stimmte Peter Wyss (CVP) in den Tenor ein. Und auch Roberto Conti (SVP) konnte in der Motion keine Notwendigkeit erkennen. «Auch Velofahrer können gute Kunden sein», hielt Claudio Hug (GLP) der FDP entgegen.

Braucht es eine weitere Unterführung?

Die Motionsantwort Kurt Fluris hatte betont, dass sich eine Velounterführung beim Bahnhof in der Planung befinde, die weitere Gedanken über die Veloachse aber erst nach sich ziehe. Derweil hinterfragte Matthias Anderegg (SP), ob es eine solche Unterführung wirklich braucht. Notabene existiert bereits eine solche – in direkter Linie der Segetzstrasse. 

Kurt Fluri sieht im Umweg über die Schanzenstrasse keinen Nachteil: «Da hatte ich beim Durchfahren noch nie Mühe. Es ist wohl eine Frage der Bequemlichkeit.» Dennoch wurde die Motion mit 16 zu 14 Stimmen erheblich erklärt. Über das Schicksal von zwölf Parkplätzen, deren Aufhebung als «Option» diskutiert werden wird, lässt sich derzeit noch nichts sagen.

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