Wer sich weigert, auf dem Schulhausareal der Primarschule Egerkingen deutsch zu sprechen, der soll bestraft werden. Und zwar massiv: Ab dem 1. August werden renitente Schüler zu einem kostenpflichtigen Deutschkurs verknurrt. Das jedenfalls hat der Egerkinger Gemeinderat unter der Leitung von Präsidentin Johanna Bartholdi so beschlossen – und damit weit über die Region hinaus für Schlagzeilen gesorgt.

Ob die Gemeindebehörde aber an diesem Beschluss festhalten kann, ist fraglich. Wie diese Zeitung erfahren hat, fand am Montagabend unter Ausschluss der Öffentlichkeit ein Treffen zwischen dem Gemeinderat und der Schulleitung statt. «Es handelt sich um einen offenen Gedankenaustausch», sagte Johanna Bartholdi auf Anfrage. «Wir beraten darüber, wie die Ausführungsbestimmungen zur Schulordnung verfeinert werden können.»

Und etwas konkreter: Die Lehrpersonen und die Schulleitung hätten Bedenken angemeldet, vor allem was die Durchführbarkeit der Sanktionen betrifft. Auf der Grundlage des Gedankenaustausches werde der Gemeinderat an seiner Sitzung vom 10. Februar definitiv über die Änderung der Schulordnung bestimmen.

«Wir werden den betreffenden Schülern wahrscheinlich einen Verhaltenskurs und nicht einen Deutschkurs verfügen», gibt Bartholdi einen Einblick, in welche Richtung es schliesslich gehen könnte.

Hier wird nur noch Deutsch gesprochen

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Wenn der Gemeinderat – jetzt – die Schulleitung in die Diskussion um eine Änderung der Schulordnung miteinbezieht, dann kommt das nicht von ungefähr. Das Department für Bildung und Kultur (DBK) muss nämlich, so will es das Volksschulgesetz, die Schulordnung genehmigen.

Gemäss Departementssekretär Adriano Vella werde dabei auch überprüft, wie ein Schulordnungs-Beschluss zustande gekommen ist. Nämlich, ob die Schulleitung dazu Stellung nehmen konnte. Darüber hinaus werde, unter anderem, die Verhältnismässigkeit der verhängten Sanktionen genau unter die Lupe genommen.

Deutsch-Zwang auf dem Pausenplatz? «Das seit s'Volk».

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