Solothurn

Bald ist das Alterszentrum Wengistein kein Altbau mehr

Nach den zahlreichen sanften Sanierungen in der ganzen Baugeschichte des Solothurner Alterszentrums Wengistein ist zurzeit eine grosse Erneuerung im Gang. Leiter Hansruedi Moor freut sich auf den baldigen Abschluss der Sanierung.

Kaffeerunde im neu gebauten Aufenthaltsraum im Südwestflügel des Alterszentrums Wengistein. Die Pensionäre geniessen die Geselligkeit, die frühlingshaften Sonnenstrahlen und den Ausblick, der sich ihnen hier neuerdings bietet – beispielsweise auf den ebenso neu gebauten Pavillon im Süden. «Die Leute sollen spüren, dass wir etwas mit dem Geld tun, das wir zur Verfügung haben», lautet das Credo von Zentrumsleiter Hansruedi Moor. Für eine Investitionspauschale von täglich 28 Franken sollen die Bewohner, die möglicherweise nur wenige Jahre hier verweilen, von den steten Auffrischungen am mittlerweile 33-jährigen Gebäudekomplex profitieren können. Und Investitionen sollen, so Moor, für Bewohner und Besucher, für Angehörige und Anwohner sichtbar sein.

Nach den zahlreichen sanften Sanierungen in der ganzen Baugeschichte des «Wengistein» ist zurzeit aber eine grosse Erneuerung im Gang, die besonders sichtbar ist. Nachdem als letztes grosses Bauprojekt 2011 der angebaute Ostteil als «Friedel-Hürzeler-Haus» eingeweiht worden war, erfolgte der Spatenstich fürs jüngste Vorhaben im vergangenen August. «Nach diesem Umbau werden wir mit reinem Gewissen sagen können, dass es keinen Altbau gibt, in den wir die Menschen verfrachten müssen.»

Mehr Einzelzimmer

Was aktuell ansteht, ist die Totalsanierung der Zimmer im älteren Westteil des Zentrums. Bestehende Zweierzimmer werden hier aufgelöst und zu Einzelzimmer um- oder Ehepaarzimmer ausgebaut. Moor weiss: Zimmergenossen sind passé, es sei denn, es handelt sich um Eheleute, die zusammen ein Zimmer neu beziehen. Man folge damit auch einem Bedürfnis, das sich anhand der Anmeldungen zeigt. Die Ausnahme bilden Doppelzimmer im entsprechenden Demenztrakt. Demenzkranke erlebten oft ein Gefühl der Unsicherheit, Angst und Verzweiflung, wenn sie sind, erklärt Moor. Während also im Westflügel zurzeit bereits die Baumaschinen aufgefahren sind, haben die betroffenen Pensionäre im neu gebauten südseitigen Pavillon ihr Zimmer bezogen.

Ursprünglich sei der Pavillon als Provisorium gedacht gewesen. «Wir wollten die Leute keinesfalls ausserhalb des ‹Wengistein› platzieren. Und für uns stand auch eine ‹Container-Lösung› ausser Frage.» Da zudem ein provisorischer Bau unverhältnismässig teuer gekommen wäre, entschied man sich für den permanenten Pavillon «Wohnen im Park», in dem nach Bauabschluss acht Plätze, sowie einen Aufenthalts- und einen Essraum anbieten kann. Ebenso realisiert wurde besagte Aufstockung des südwestlichen Flügels und die Einrichtung eines betreuten Aufenthalts- und Essraums, der vor allem für weniger mobile Heimbewohner auf der ersten Etage von Vorteil sein dürfte.

Bauende: Oktober 2015

Die Sanierungen wurden parallel zum laufenden Betrieb vorgenommen, was sich als Herausforderung erwies. Doch: «Bereits in der Planung war es uns unabdingbar, die Lärmbelastung so klein wie möglich zu halten. Das ist eine Verantwortung gegenüber der Bewohnerschaft, aber auch gegenüber den Anwohnern.» Voraussichtlich im Oktober 2015 dürfte der Westflügel abgeschlossen sein und im November mit einem Tag der offenen Tür eingeweiht werden. Gegenüber dem ursprünglichen Kostendach von 2,6 Mio. wird das Sanierungsvorhaben mit knapp 3 Mio. zu Buche schlagen. Die Detailplanung legte bald einmal nahe, den ursprünglichen Betrag nach oben zu korrigieren. Realisiert wurde das Bauvorhaben mit vorfinanzierten Eigenmitteln. Über das Resultat ist Moor bereits heute zufrieden. Das «Wengistein» sei nach dem derzeitigen Ausbau bei einem definitiven Zustand angelangt. Die Kapazität von 87 Betten, die das «Wenigstein» beherbergt, soll sich auch in Zukunft nicht ändern. Abgesehen davon, dass ein Ausbau nicht bewilligt würde, sieht Moor auch keine anderen Gründe, die dafür sprächen: «Wir haben eine nahezu ideale betriebswirtschaftliche Grösse. Wären wir noch grösser, würde vor allem unsere Infrastruktur an ihre Grenzen stossen.» Ausserdem wolle man den nichtanonymen Charakter des Zentrums bewahren.

Noch vor der Einweihung im Herbst steht dem «Wengistein» noch eine andere Neuerung bevor. Ab Mitte Mai werden Ferien- und Kurzzeitaufenthalte angeboten, um betreuende und pflegende Angehörige zeitweilig zu entlasten. Die Dienstleistung soll mit bestehender Infrastruktur und bestehendem Personal bestritten werden.

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