Zuchwil

Auf Widi- und Riverside-Areal könnten bis zu 1000 Wohnungen entstehen

Die Swiss Prime Site will ihr Areal im Projekt Riverside weiterentwickeln. Die Widi würde das Areal ideal ergänzen.

Die Swiss Prime Site will ihr Areal im Projekt Riverside weiterentwickeln. Die Widi würde das Areal ideal ergänzen.

Nicht weniger als vier Architekturbüros brüten in den kommenden Monaten darüber, wie das Riverside- und Widi-Areal in Zuchwil dereinst aussehen könnte. Die Planungsphase für das Gebiet ist diese Woche angelaufen.

Diese Woche startete in Zuchwil mit einem Rundgang die Planungsphase für die Entwicklung des Riverside- und des angrenzenden Widi-Areals. Am Dienstag erhielten die vier eingeladenen Architekturbüros Informationen zur Geologie des Geländes sowie zur Entwicklungsstrategie der Gemeinde und der Immobilienfirma Swiss Prime Site SPS. Die Planungsbüros werden in den kommenden Monaten unabhängig voneinander am Studienauftrag arbeiten. Trotz des negativen Entscheids der Gemeindeversammlung wird das ganze Areal inklusive Widi betrachtet.

Dies hatte die SPS vorgeschlagen und wurde vom Gemeinderat gutgeheissen. Unter den vier Planerteams ist ein Solothurner, ein Zürcher, ein Basler und auch das Büro des renommierten Architekten Kees Christiaanse zu finden. Der Holländer hat unter anderem den Masterplan für den neuen Zürcher Stadtteil Europaallee entworfen und plant Stadtteile in verschiedenen Erdteilen.

Im Unterschied zu einem Projektwettbewerb eigne sich ein Studienauftrag eher, wenn der Auftraggeber noch nicht genau wisse, was er auf einem Gelände bauen will. Dies sagt Daniel Ménard, Zürcher Architekt und Präsident der Sektion Zürich des schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins SIA. Ménard hat den Vorsitz im Gremium, das die Arbeiten für das Riverside-Areal beurteilen wird.

Wie dicht, wie hoch?

Als Ergebnis des Studienauftrags soll ein städtebauliches Konzept vorliegen. «Erarbeitet wird eine Nutzungsidee. Darin wird unter anderem ersichtlich, wie dicht gebaut wird, wie hoch die Gebäude werden oder wo der Verkehr hindurchfliesst», sagt Ménard. Auch mögliche Bau-Etappierungen sollen aufgezeigt werden. Ménard zufolge könnten auf dem Areal bis zu 1000 Wohnungen gebaut werden. Weil diese nicht auf einmal vermarktet werden können, sei eine Etappierung durchaus sinnvoll. In den vergangenen Jahren seien in Zuchwil jährlich 30 bis 40 Wohnungen verkauft respektive vermietet worden.
Sowohl Arbeiten und Wohnen als auch Erholung und Natur sollen im neuen Quartier ihren Platz finden. «Die SPS strebt eine Mischnutzung an», weiss Ménard. Ein besonderer Wert soll unter anderem auf die Beziehung zu den angrenzenden Quartieren gelegt werden.

Die Ergebnisse des Studienauftrags werden im August erwartet. Dann gibt das Beurteilungsgremium eine Empfehlung ab. Einer der erarbeiteten Vorschläge oder eine Kombination bester Lösungsansätze verschiedener Teams wird anschliessend in einem Masterplan abgebildet. Der Masterplan ist die Grundlage für den Teil-Zonenplan sowie für den Gestaltungsplan. 2016 soll die Zuchwiler Bevölkerung erneut über den Landverkauf an die SPS abstimmen.

Alle sollen profitieren

Daniel Ménard lobt die gründliche Vorgehensweise der SPS. «Es ist schön, dass sich der Bauherr seiner Verantwortung bewusst ist und Fachleute aus verschiedenen Bereichen einbezieht.» So müssten in den Planungsteams zwingend Landschaftsarchitekten mitarbeiten, damit Rücksicht genommen wird auf die Bepflanzung, den Einbezug von Gewässern wie der Aare und Begegnungsorte. Das Investitionsvolumen betrage 700 bis 800 Millionen Franken.
Beeindruckt zeigt sich Ménard auch vom ehemaligen Sulzer-Areal. «Die Halle mit den hochwertigen Maschinen gefällt mir.» Gerade die stabile Industriehalle könne vielfältig genutzt werden. Eingemietete Firmen hätten eine Bestandesgarantie und dürften weiterhin auf dem Areal bleiben. Der Architekt ist überzeugt, dass eine Wohn-Überbauung das Gebiet Riverside inklusive Widi stark aufwertet. Die Entwicklung sei für alle drei Interessenten attraktiv. Zuchwil, SPS und die Sportvereine sollen als Gewinner aus dem Projekt hervorgehen.

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