Im laufenden Jahr hat sich der Solothurner Arbeitsmarkt unter Berücksichtigung der schwierigen Verhältnisse ziemlich gut gehalten. Nach einem minimen Anstieg im Januar ist die Zahl der Menschen ohne Arbeit im Februar gar um 78 auf 4554 Personen gesunken, wie das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) gestern bekannt gab.

Die Arbeitslosenquote verharrte bei 3,2 Prozent. Damit liegt sie weiterhin unter dem landesweiten Mittel von 3,7 Prozent.

Die leichte Verbesserung sei aber kein Vorbote für eine anstehende Gesundung des Solothurner Arbeitsmarktes, kommentiert AWA-Chef Jonas Motschi. «Die an sich positive Entwicklung im Februar darf nicht überinterpretiert werden.» Diese sei primär saisonal bedingt, sprich «gutes Bauwetter». Es sei zumindest zu keiner weiteren Verschlechterung gekommen. Und das ist nicht selbstverständlich.

Denn seit Januar 2015, dem Monat mit der Aufhebung der Wechselkursuntergrenze gegenüber dem Euro, ist die Zahl der Arbeitslosen um 20 Prozent gestiegen. So stark wie in keinem anderen Kanton. Das zeigt, wie hart der starke Franken die Solothurner Konjunktur trifft. Schweizweit betrug die Zunahme innert Jahresfrist «nur» 7,7 Prozent.

Im Schnitt knapp über 3 Prozent
Die aktuelle Lage umschreibt Motschi daher als «stabil». Der Arbeitsmarkt dürfte sich auch in den kommenden Monaten seitwärts bewegen. Im Jahresdurchschnitt erwartet Motschi eine Quote von «knapp über drei Prozent». 2015 lag diese bei 2,7 Prozent.

Höchststand seit August 2010
Angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen für die stark exportorientierte Solothurner Industrie wäre eine Seitwärtsbewegung aber «schon nicht schlecht». Das sind wirklich bescheidene Ziele. Denn mit der Arbeitslosenquote von 3,2 Prozent ist der höchste Stand seit August 2010 erreicht worden.

Seine Vorsicht begründet Motschi auch mit der Entwicklung der Kurzarbeit. «Im Februar haben sich 23 Betriebe für diese Massnahme vorsorglich angemeldet.» Das seien immerhin acht mehr als im Vormonat. Davon könnten 224 Arbeitnehmende betroffen sein. Zwar heisse die Anmeldung nicht, dass die Kurzarbeit dann effektiv auch eingeführt werde. Aber steigende Kurzarbeit sei nie ein gutes Zeichen.