Jahresbericht

Alterszentrum Wengistein will auf veränderte Ansprüche ans Wohnen reagieren

«Komfort» schreibt sich das Alterszentrum Wengistein auf die Fahne – und reagiert damit auf veränderte gesellschaftliche Erwartungen im Alter.

«Komfort» schreibt sich das Alterszentrum Wengistein auf die Fahne – und reagiert damit auf veränderte gesellschaftliche Erwartungen im Alter.

Die Institution am Kirchweg blickt auf grosse bauliche und konzeptionelle Veränderungen zurück. Das Zentrum will die Abkehr von der «Massenware» der Altersbetreuung hin zu individuellen Lösungen.

Eins legt der Jahresbericht des Alterszentrums Wengistein unmissverständlich dar: Die Institution am Kirchweg hat eine ereignisreiche Zeit hinter sich. Nach 15-monatiger Bauzeit wurde im Oktober das Sanierungs- und Ausbauprojekt abgeschlossen: Ein südseitig errichteter Pavillon bietet acht weiteren Pensionären Platz, durch Etagenaufstockung über der Demenzabteilung entstand zudem ein grosser Ess- und Aufenthaltsaal, und im Westflügel wurden die Zweierzimmer saniert und zu Einbettzimmern oder Zimmern für Ehepaare umfunktioniert.

Nach diesen und den Modernisierungsarbeiten der früheren Jahre (Altbau-Auffrischung, Neubau des Ost-Trakts und Modernisierung der öffentlichen Bereiche) umfasst das «Wengistein» heute 87 Betten. «Alle baulichen Massnahmen der vergangenen fünf Jahre machen das Alterszentrum Wengistein zu einem attraktiven und komfortablen Wohnort», lobte indes Betriebskommissionspräsident Gaston Barth.

Mit den erfolgten Massnahmen will das Alterszentrum nicht zuletzt auf veränderte Ansprüche ans Wohnen im Alter reagieren. Wie auch im Jahresbericht erwähnt, zählen dazu die Abkehr von der «Massenware» der Altersbetreuung hin zu individuellen Lösungen. Der Anspruch auf Privatheit gehört aber ebenso dazu wie der soziale Austausch und der Miteinbezug des Quartiers, in dem sich ein Alterszentrum befindet.

Dazu eine freiwillige Mitarbeiterin: «Ihr holt das öffentliche Leben ins Haus, achtet aber gleichzeitig darauf, dass die Privatsphäre der Bewohner nicht verletzt wird.» Dazu gehöre auch eine «Willkommenskultur im ‹Wengistein›». Wie Markus Leser, Leiter Fachbereich Alter bei Curaviva (Schweizer Dachverband der Heime), in einleitenden Worten weiter ausführt, brauche die Langzeitpflege nicht mehr Qualitätsvorschriften, sondern Bewertungsinstrumente, die von Bewohnern und Angehörigen angewandt werden, ähnlich wie bei Onlineratings für Gastbetriebe.

Was sich personell ändert

Personell berichtet der Jahresbericht ebenso von einigen Neuerungen. Esther Lang bekleidet neu das Präsidialamt im Bewohnerrat und löst damit nach acht Jahren Ursula Jaggi ab. Darüber hinaus feierte im Berichtsjahr Hansruedi Moor das Jubiläum von 20 Dienstjahren. Auf Antrag der Personalkommission werden allen Mitarbeitenden zwischen 20 und 60 drei Tage mehr Ferien gestattet, als es der gesetzliche Anspruch vorschreibt.

Die Jahresrechnung des Alterszentrums Wengistein schliesst bei Betriebsausgaben von 9,80 Mio. und Einnahmen von 9,97 Mio. mit einem Gewinn von 170 871 Franken. Von den Totalausgaben macht der Personalaufwand rund 70 Prozent aus.

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