Die Aufgabe allein klingt schon komplex: In 4 Stunden und 15 Minuten mussten die Lernenden aus Aluminium, Messing und zwei Zylinderschrauben ein Werkstück nach genauer Zeichnung mit Fräsen, Bohren und Gewindeschneiden in Form bringen. Die angehenden Polymechaniker, Mikromechaniker und Produktionsmechaniker konnten die Aufgabe auf einer konventionellen Maschine oder auf einer CNC-Anlage angehen. Für Letztere standen inklusive Einrichtungszeit 6 Stunden zur Verfügung.

Bereits zum 30. Mal

Diese Aufgabe angepackt haben über 1'200 Lernende aus der ganzen Schweiz. Sie haben in den vergangenen Monaten in ihrem Lehrbetrieb oder Lernzentrum das verlangte Werkstück gefertigt. Rund 500 von ihnen und zahlreiche Lehrmeister fanden sich gestern in Bellach ein, um die Fraisa-Werkstätte zu besichtigen und anschliessend im Turbensaal an der Preisverleihung teilzunehmen. Der «Fraisa Tool-Champions-Wettbewerb» wurde bereits zum 30. Mal durchgeführt. Der Wettbewerb gelte in der Branche als inoffizielle Schweizer Nachwuchsmeisterschaft, heisst es bei der Initiantin und Organisatorin Fraisa. Zudem diene der «Wettkampf» den Lernenden als Standortbestimmung im Hinblick auf Teilprüfungen respektive die Lehrabschlussprüfung. Man setzte sich, so die Fraisa, seit Jahrzehnten für den Schweizer Technologienachwuchs ein.

Nationale Gesamtsieger

Nachdem in einer ersten Etappe eine Selektion auf regionaler Ebene stattgefunden hat, bestimmte eine externe Fachjury anschliessend die nationalen Gesamtsieger. In der Kategorie «konventionell» wurde Filipe Azevedo Gomes aus La Chaux-de-Fonds Gesamtsieger. Er absolviert seine Lehre bei der Monnier SA am Wohnort. In der Kategorie CNC schwang Adrian Briker aus Schattdorf obenaus. Er ist Lernender bei der Berghoff Mechanical Engineering AG in Altdorf. Beide erhalten je ein Auto zur freien Benutzung während eines Jahres inklusive Steuer und Vollkasko.

In den Ranglisten nach Landesteilen haben folgende Lernende aus unserer Region brilliert: Auf den ersten Rang (konventionell) geschafft haben es Dominik Affolter, Leuzigen, Lehrfirma ETA SA Grenchen; Nino Bosshard,
Melchnau, Ammann Schweiz AG Langenthal; Ardit Behluli, Bützberg, Swissmechanic Münchenbuchsee; Nico Krüttli, Dulliken, Swissmechanic Gerlafingen; Sebastian Rüegg, Büren an der Aare, Feintool AG Lyss und Leon Tobler, Herzogenbuchsee, Swissmechanic Münchenbuchsee.

Auf Platz 2 (konventionell) schafften es Andrea Fischer, ETA SA Grenchen; Maurin Sanchez, RCM-Estech AG Burgdorf; Denis Siegenthaler, R. Nussbaum AG Trimbach und Daniel Thran, Swissmechanic Gerlafingen. Auf der CNC-Anlage belegte Remo Straumann, Ammann Schweiz AG Langenthal, den zweiten Rang. Auf Platz 3 (konventionell) schafften es Michaja Aebersold, Swissmechanic Gerlafingen; Lavdim Lipovica, Itema AG Zuchwil und Adrian Singeisen, ETA SA Grenchen. Meret Huguelet, ETA SA Grenchen, kam in der Kategorie CNC auf den dritten Platz.

Insgesamt wurden im Rahmen des Wettbewerbs Preise im Wert von nahezu 60'000 Franken vergeben. Die Kosten trägt die Fraisa AG. In den vergangenen 30 Jahren haben nach Angaben der Organisatoren über 34'000 Jugendliche aus allen Landesteilen am Wettbewerb teilgenommen.