Die Erfolgssträhne des EHC Olten geht unaufhaltsam weiter. Gegen den HC Thurgauer feierten die Powermäuse ihren mittlerweile neunten Sieg in Serie. Und so, wie das fast ausnahmslos bei allen bisherigen Erfolgserlebnissen der Oltner der Fall war, musste man auch nach dem Kräftemessen mit den Osterschweizern feststellen: Die drei Punkte sind gut und recht. Aber da ist immer noch viel Luft nach oben vorhanden.

Viele Wege führen zum Sieg

Trotzdem: Der EHCO findet verschiedenste Wege zum Glück. Mal dank starker Defensive, mal dank herausragender Goalies oder so wie am Dienstag – dank eines ausserordentlich effizienten Überzahlspiels. Vier von fünf Powerplay-Gelegenheiten nutzte die Mannschaft von Headcoach Bengt-Ake Gustafsson gegen die unberechenbaren Thurgauer – zweimal trafen die Powermäuse in doppelter Überzahl.

Vor allem die Entstehung der zweiten 5-gegen-3-Situation, welche letztlich für die Entscheidung sorgte, war an Kuriosität kaum zu übertreffen.

Thurgaus David Wildhaber kassierte eine Strafe, was von HCT-Ersatzgoalie (!) Tim Bertsche lautstark kommentiert wurde. Die Schiedsrichter hatten keine Freude am verbalen Einwurf Bertsches und brummten ihm auch noch eine kleine Strafe auf. Die Oltner bedankten sich und kamen durch Joel Fröhlicher zum entscheidenden Treffer zum 6:4.

31.10.2017 EHC Olten-HC Thurgau 6:4

EHC Olten - HC Thurgau, 31.10.2017

Eine Sache des Kopfs

Vorher waren die Thurgauer, die im ersten Drittel das bessere Team gewesen, danach aber gegen die initiativer agierenden Oltner zunehmend in Bedrängnis gekommen waren, plötzlich noch einmal ins Spiel zurückgekommen.

Der EHCO wurde angesichts einer einigermassen beruhigenden 5:3-Führung sorglos und gewährte den Ostschweizern wieder die Räume, die sie schon im ersten Drittel vorgefunden und zu einer zwischenzeitlichen 2:0-Führung genutzt hatten.

Da war sie wieder, die Oltner Krankheit. «Wir verlieren zwischendurch unsere Linie. Das ist eine Sache des Kopfs», befand EHCO-Topskorer Martin Ulmer nach der Partie, welche die Oltner schliesslich doch noch unbeschadet über die Runden gebracht hatten.

Martin Ulmer gehörte einmal mehr zu den besten Spielern seiner Mannschaft und war nicht nur dank seines gelben Topscorer-Helms einer der auffälligsten Akteure auf dem Eis. Gegen Thurgau sammelte der Österreicher seine Skorerpunkte Nummer zwölf bis 14.

Ulmer strotzt vor Selbstvertrauen

Der 28-Jährige strotzt derzeit nur so vor Selbstvertrauen und harmoniert prächtig mit seinen Sturmkollegen Stefan Mäder sowie Stan Horansky. Ulmer lobt dabei vor allem die Tatsache, dass Trainer Bengt-Ake Gustafsson konsequent an den eingespielten Linien festhält – sofern es die personelle Situation zulässt.

«Wir spielen seit Saisonbeginn zusammen. Nur so können die nötigen Automatismen entstehen», sagte Ulmer – auch mit einem Blick auf die letzte Saison, als Gustafssons Vorgänger Maurizio Mansi die Sturmformationen immer wieder wild durcheinander mischte.

Darunter litt nicht nur Ulmers Spielwitz, sondern vor allem auch sein Selbstvertrauen. Das ist jetzt wieder intakt, was auf dem Eis offensichtlich ist. Wobei Ulmer ein Lob an Gustafsson verteilt: «Der Trainer gibt mir viel Vertrauen. Das hilft mir ungemein.»

Der neue Kanadier Jay McClement zeigte in Ansätzen, dass er mit seiner Physis viele Räume schaffen kann, fiel aber spielerisch kaum auf. Weniger gut ist, dass Tim Stapleton auf dem Flügel deutlich weniger Einfluss als auf der Center-Position hat. Die Baustellen gehen Gustafsson vorderhand also nicht aus. Trotz neun Siegen in Serie.

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