Eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren und vier Monaten, eine Geldstrafe von 80 Tagessätzen à 30 Franken und eine Busse von 500 Franken – ersatzweise eine Freiheitsstrafe von fünf weiteren Tagen.

Um diese Verurteilung entgegenzunehmen, war der Beschuldigte am Montag am Amtsgericht Olten Gösgen nicht anwesend. Bereits nach der Hauptverhandlung, welche am 14. und 15. Februar unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand, habe er geäussert, dass er nicht zur Urteilseröffnung erscheinen würde.

Der zur Tatzeit im Niederamt wohnhafte Serbe war im Februar wegen versuchter vorsätzlicher Tötung, Freiheitsberaubung, Nötigung, mehrfacher Körperverletzung, Tätlichkeiten, mehrfacher Drohung, mehrfacher Beschimpfung, mehrfachem Vergehen gegen das Waffengesetz, mehrfacher Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes und Ungehorsam gegen amtliche Verfügungen vor Gericht. Verantworten musste er sich vor Amtsgerichtspräsidentin Eva Berset sowie Amtsrichtern Eugen Kiener und Heidi Ehrsam.

Im eigenen Heim angegriffen

Etwas konkreter werden die unterschiedlichen Anklagepunkte im Tathergang aufgezeigt: Im Oktober 2015 soll der Beschuldigte seine damalige Lebenspartnerin und Mutter seiner Kinder nach einem Streit gewürgt und immer wieder geschlagen haben.

Diese kam mit diversen Hauteinblutungen, Schürfungen, einem Bruch der Unterarmspeiche und knapp mit dem Leben davon. Danach soll er sie davon abgehalten haben, die Wohnung zu verlassen und zum Arzt zu gehen. Auch habe er sie als «Nutte» und «Schlampe» beschimpft sowie mehrfach mit dem Tod bedroht.

Bereits vor dieser Tat soll er die Mutter seiner Kinder schon mehrmals bedroht und beschimpft haben. Ausserdem war er unrechtmässig im Besitz zweier Pistolen, dreier Messer sowie eines Elektroschockgeräts und besass und konsumierte Kokain, Ecstasy und Marihuana.

Freispruch in drei Punkten

Lediglich von drei Anklagepunkten wurde er freigesprochen: Der Nötigung, der mehrfachen einfachen Körperverletzung sowie des Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen hat er sich nicht schuldig gemacht.

Dies, weil er seine damalige Partnerin nach der Tat zwar am Verlassen der Wohnung hinderte, eine Nötigung dabei aber nicht nachweisbar sei. Die Verletzungen der Frau waren Teil der versuchten Tötung, weshalb er von der Körperverletzung freigesprochen wurde.

Der Serbe erhielt ein Kontaktverbot, welches er nicht eingehalten haben soll: Da dies aber erst nach seiner Freilassung gilt, und er bisher noch nicht freigelassen wurde, wird er auch des Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen freigesprochen.

Sicherheitshaft angeordnet

Länger ist die Liste der Schuldsprüche: Versuchte vorsätzliche Tötung, Freiheitsberaubung, Tätlichkeiten, mehrfache Drohung, mehrfache Beschimpfung, mehrfaches Vergehen gegen das Waffengesetz sowie mehrfaches Übertreten des Betäubungsmittelgesetzes führten schliesslich zum Urteil.

Zusätzlich zu den Freiheits- und Geldstrafen werden ihm vollzugsbegleitend ambulante Massnahmen auferlegt und er muss seiner ehemaligen Partnerin eine Genugtuung von 15'000 Franken sowie alle weiteren durch seine Taten verursachten Kosten zahlen.

Auch wurde eine Sicherheitshaft angeordnet. Die Verfahrenskosten muss zu 90 Prozent der Beschuldigte übernehmen, zu 10 Prozent der Staat. Der Beschuldigte kann Berufung einlegen.