Berner Pranke Sie war als erste Leserwanderung im Kanton Solothurn angekündigt worden. Doch eigentlich führte die Route vom Montag vom Balmberg nach Oensingen zu grossen Teilen über Berner Boden. Diese Schreckensnachricht überbrachte Wanderleiter Jürgen Hofer den Teilnehmern gleich morgens beim Start. Legte der Berner Bär seine Pranke mal wieder auf den Solothurner Boden? Nein! Denn die Berner bereiteten den Solothurnern einen warmen Empfang – und schickten den Alphornspieler Max Profos aus Wangen an der Aare. Er begrüsste die Wanderer auf der Schmiedenmatt mit einem Juchzer.

Kräuterkunde Der Kräuterproduzent Köbu Studer aus Attiswil begleitete die 104 Leserwanderer. Hin und wieder brachte Studer sein grosses Wissen über Pflanzen und Weidwirtschaft auf den Jurahöhen an die Wanderfreunde. Ob Frauenmäntelchen oder Bergthymian – Studer erklärte und brach eine Lanze für die immer wieder zu querenden Mutterkuhherden. Man erkannte den Kräuterexperte im Pulk der Wanderer immer an seinem Velohelm, der an seinem Rucksack baumelte. Erst nach der Mittagsverpflegung auf der Hinteregg löste sich dieses Rätsel: Studer bestieg hier oben sein Bike, verliess die Wanderer und radelte ins Tal.

Hungrige Wanderer «Wir waren schon etwas ehrfürchtig, als wir hörten, dass etwa 80 Wanderer auf ein Mal auf der Hinteregg einkehren würden», sagte Stephan Zindel, der Wirt auf dem schön gelegenen Berghof. Doch die Wanderer konnten sich hier alle innert kürzester Zeit mit Bratwürsten von Grill, Suppe, Wähe, Kuchen und natürlich mit jeglicher Art von Getränken eindecken. «Sieben Leute konnte ich kurzfristig einspannen, um den Ansturm zu bewältigen», so Linder weiter. In Wahrheit waren es dann sogar 104 Wanderer, welche die Wirtsleute zügig und freundlich bedienen konnten.

Warm-up Für Nina Knapp, die Tochter von Buchverleger Thomas Knapp, war die Wanderung ein gutes Training: Sie will mit ihrer besten Freundin Melissa De Schepper (der Tochter von Journalist Werner De Schepper) in der nächsten Woche von Olten nach Saas-Fee wandern. «Ferien am Strand», sagte sie, «sind auf Dauer eben ziemlich langweilig.» (frb/sva)