Es ist kalt. Ja, es ist diese Tage so richtig kalt. Nicht wenige wünschen sich, dass sie dem Schweizer Winter entfliehen können, irgendwohin, wo es warm ist. Sich diesen Wunsch erfüllen konnten die Spieler des FC Wohlen, zumindest im übertragenen Sinne, denn mit dem überzeugenden 2:0-Auswärtserfolg beim FC Wil behalten die Freiämter ihren Platz an der Sonne der Challenge League.

Eiskalt in der Wiler Gefriertruhe

«Wir haben so gut wie nichts zugelassen hinten, sind kompakt gestanden. Zufriedener könnte ich eigentlich nicht sein», analysierte ein sichtlich erleichterter Wohlen-Schlussmann Joel Kiassumbua in der Wärme der Bergholzer Katakomben. Tatsächlich war der 22-Jährige weitgehend beschäftigungslos, was aber auch mit der erschreckend harmlosen Darbietung des Heimteams zu tun hatte. Einzig zu Beginn der Partie sorgten die Ostschweizer nach einem Freistoss für so etwas wie Gefahr, bezeichnenderweise blieb es aber bei «so etwas».

Im Gegenzug zeigte sich U-17-Weltmeister Roman Buess in der Wilener Gefriertruhe eiskalt und traf, nach herrlicher Vorarbeit von Dylan Stadelmann, mit dem ersten ernst zu nehmenden Torschuss zur beruhigenden Führung. Bis auf einige Unkonzentriertheiten in der Aargauer Innenverteidigung, welche von den Gastgebern freundlicherweise aussen vor gelassen worden sind, und einem Freistoss von Taipi, der an den Pfosten klatschte, spielte der Leader aber durchaus souverän und geriet selten bis nie in Gefahr, den knappen Vorsprung noch aus der Hand zu geben.

Leistungssteigerung nach Pause

Noch besser aus Gästesicht wurde es nach dem Seitenwechsel. Wirkte Wohlen in Halbzeit eins gegen den Ball etwas passiv, kamen sie druckvoller aus den Kabinen und störten den Gegner früh. Wil wurde phasenweise regelrecht in seiner Platzhälfte eingeschnürt, sodass das 2:0 durch Bühlers Direktabnahme, nach einer schön getretenen Ecke von Alain Schultz, bereits Minuten zuvor in der Luft lag.

Damit schien der Ostschweizer Widerstand endgültig gebrochen zu sein, und Sforzas Schützlinge spielten die Führung im Stile einer Spitzenmannschaft runter. Auffallend, wie souverän sie dies ohne die verletzte Teamstütze Kevin Pezzoni taten. Simon Grether, Pezzonis Vertreter, zeigte eine tadellose Leistung, gewann nahezu jeden Zweikampf und war auch in der Spieleröffnung ein sicherer Wert, sodass der Deutsche sich ruhig Zeit lassen kann, sein lädiertes Knie in Ruhe auskurieren zu lassen.

«Es ist vieles möglich»

Der Start in die Rückrunde ist dem Wintermeister also geglückt, zumal der direkte Verfolger Lugano im Heimspiel gegen Schlusslicht Biel ziemlich überraschend zwei Zähler liegen liess. Und es könnte nächste Woche bereits noch besser kommen: Während Wohlen das siebtplatzierte Schaffhausen empfängt, treffen die direkten Konkurrenten Servette und Lugano aufeinander und werden sich gegenseitig Punkte abnehmen.

«Wir nehmen zwar Spiel für Spiel, aber der Aufstieg ist natürlich in der Kabine mittlerweile schon ein Thema», sagt Kiassumbua und schickt der Konkurrenz gleich noch eine Drohung hinterher: «Mit dieser Mannschaft ist vieles möglich, wir können noch durchaus besser spielen, als wir dies heute getan haben.»

Wil - Wohlen 0:2 (0:1).

850 Zuschauer. – SR Fähndrich. – Tore: 13. Buess 0:1. 56. Bühler 0:2. 

Wil: Brecher; Goncalves (86. Schäppi), Lekaj, Matri, Carrone; Berisa, Taipi; Audino (79. Vasquez); Muslin, Koller (66. Stillhart); Fazli

Wohlen: Kiassumbua; Urtic, Bühler, Pnishi, Stadelmann; Geissmann, Grether; Brahimi (46. Holenstein), Schultz (73. Rapp), Ramizi; Buess (88. Neziraj).

Bemerkungen: Freistoss von Taipi (Wil) an den Aussenpfosten (20.). Pfostenschuss Ramizi (Wohlen/92.).

Der Liveticker zum Spiel Wil - Wohlen zum Nachlesen:

Live Ticker, FC Wil- FC Wohlen