Paulo Sousa sprang Marco Streller um den Hals und der St. Jakob-Park tobte. Mit einer grandiosen Leistung, die jener beim legendären 3:3 vom 12. November 2002 gegen den FC Liverpool in nichts nachstand, hatte der FC Basel die Reds 1:0 besiegt.

Nach Manchester United, Chelsea und Tottenham entliessen die Basler nun auch den FC Liverpool geschlagen aus ihrem Stadion. Der Schweizer Meister war so gut, dass die Reds an diesem Abend nur schlecht aussehen konnten.

Das Matchblatt warf Fragen auf

Dabei hatte der Abend mit viel Skepsis begonnen. Wer vor der Partie das Matchblatt in die Hände bekommen hatte, hatte seinen Augen nicht getraut. Selbst im Wissen, dass Trainer Sousa bisher immer wieder für eine Überraschung gut gewesen war, stellten die Nominationen des 17-jährigen Breel Embolo und des bisher noch nicht oft zum Einsatz gekommenen Ägypters Ahmed Hamoudi in der Offensive eine kleine Sensation dar.

Die Prominenz von Shkelzen Gashi über Matias Delgado und Yoichiro Kakitani bis zu Derlis Gonzalez sollte den Spielbeginn derweil von der Ersatzbank aus sehen. Konnte das gut gehen?

Und als sich dann schon nach neun Minuten Linksverteidiger Behrang Safari mit einer Verletzung abmeldete und Sousa mangels Alternativen – kein Verteidiger auf der Bank – den Stürmer Derlis Gonzalez brachte, musste man sich gleich noch einmal fragen: Wie bloss will der FCB gegen den ruhmreichen FC Liverpool bestehen? Zumal die Basler Abwehr nun nominell eine Dreierkette war, die von Gonzalez bei Ballbesitz der Gäste ergänzt wurde. Der junge Paraguayer als Verteidiger gegen Jungstar Raheem Sterling…

Der FCB frei von Komplexen

Doch es passte. Und wie! Der FC Basel, im bisherigen Saisonverlauf gewiss nicht immer in guter Verfassung aufgetreten und in Madrid gegen Real in der ersten Champions-League-Runde mit 1:5 schwer geschlagen, fand vor 36'000 zunehmend begeisterten Zuschauern im St. Jakob-Park zu jener starken Form, die ihm schon viele rauschende Europacupnächte beschert hatte.

Nicht, dass die Basler wie vor zwölf Jahren beim 3:3 die Gäste in der ersten halben Stunde gleich an die Wand gespielt und 3:0 geführt hätten. Aber sie spielten frei von Komplexen auf, kamen nach 24 Sekunden zum ersten Corner und waren die spielbestimmende Mannschaft mit Torchancen.

Kein Penalty für Gonzalez

Ein Schuss von Marco Streller wurde von Steven Gerrard geblockt, Hamoudi verzog aus spitzem Winkel und Geoffroy Serey Die krönte seinen Durchbruch nicht mit einem Tor. Nach der Pause wurde Gonzalez von Sterling penaltyreif zurückgehalten, ohne dass der Schiedsrichter dies ahndete.

Nur zwei Minuten später erbebte das Stadion dann gleichwohl. Nach einem Corner von Taulant Xhaka lenkte Martin Skrtel den Ball in Richtung eigenes Tor, Goalie Simon Mignolet konnte retten, doch Marco Streller setzte nach und jagte den Ball zum 1:0 (52.) ins Netz.

Liverpools Gegenschlag kam nicht

Der FCB führte, und wer nun erwartet hatte, die Liverpooler würden wütend zurückschlagen, sah sich getäuscht. Der Schweizer Meister hielt weiter dagegen, von Superstar Mario Balotelli war nichts zu sehen und auch nicht von Coutinho, von Gerrard und später von Adam Lallana und Rickie Lambert.

Nur Sterling hatte eine Chance, doch Xhaka nahm sie ihm weg. Danach liessen die Basler nichts mehr anbrennen, brachten den knappen Vorsprung im Stil einer Spitzenmannschaft über die Zeit zu einem grossen Sieg. Zu einem grossen Sieg auch für den Trainer Paulo Sousa – der alles richtig gemacht hatte.

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Matchtracker: FC Basel - Liverpool FC

Coverit Liveticker bz: FC Basel - Liverpool FC