Es wird viel geschwitzt, aber auch gelacht und sogar gejubelt auf dem Fussballplatz des SV Kirchzarten e.V. in der Nähe von Freiburg im Breisgau. Gesprochen wird nicht etwa Schriftdeutsch, sondern Schweizerdeutsch. Wobei auch das nicht ganz zutrifft: Auf dem Platz herrscht ein buntes Wirrwarr von Zurufen in Mundart, Italienisch und Französisch. Es ist das kunterbunte Allerlei der Mitglieder des FC Aarau.

In einem Kurztrainingslager trimmt der neue Cheftrainer Livio Bordoli seine Mannschaft eine Woche vor dem Saisonauftakt gegen den FC Wohlen (Montag, 20. Juli, 19.45 Uhr) auf die Challenge League. In der ersten Trainingseinheit im Breisgau steht vor allem sehr viel Spass im Vordergrund. Viele Übungen mit dem Ball und nur wenig Laufarbeit ohne das liebste Spielgerät eines jeden Fussballers.

Eines fällt sofort auf: Im Vergleich zu seinen Vorgängern auf der FCA-Trainerbank ist Livio Bordoli auf dem Platz lauter. Fast schon ununterbrochen hallen seine Anweisungen an die Spieler über den Rasen. Auch den einen oder anderen Seitenhieb an die Adresse seiner Spieler kann er sich nicht verkneifen - beispielsweise wenn ein Abschlussversucht weit übers, statt ins Tor geht. «Es ist nicht immer Sonntag», ruft er Captain Sandro Burki zu, als dessen Direktabnahme weit über das Ballnetz fliegt. Die Spieler quittieren solche Aussagen mit Lachen. Immer wieder nimmt auch der Captain selber seine Position wahr und gibt vor allem den jungen Spielern im Team Tipps.

Grosser Jubel um ein Trainingstor

Grosser Jubel um ein Trainingstor

Ein paar Minuten nach 13 Uhr setzte sich der Aarauer Mannschaftscar am Montagnachmittag vor dem Stadion Brügglifeld in Aarau in Bewegung. Ziel war das rund 120 Kilometer entfernte Freiburg im Breisgau, wo Spieler und Staff des FCA mitten im Stadtzentrum in einem Hotel logieren. Der Trainingsplatz, auf dem bis Mittwoch mehrere Einheiten anstehen, liegt ein paar Kilometer entfernt im kleinen Dorf Kirchzarten.

Höhepunkt des knapp dreitägigen Trainingslagers des FCA ist das Testspiel gegen den Karlsruher SC aus der 2. Bundesliga, das zum Abschluss des Trainingslagers am Mittwoch, 15. Juli, um 17 Uhr auf der Sportanlage Bergmattenhof in Sexau angepfiffen wird.

Es stehen Kaderentscheide an

Mit dabei im Kurztrainingslager sind auch Marvin Spielmann (der die letzte Saison beim FC Baden bestritt) und Jason Browne (vom Team Aargau), die beide schon die komplette Saisonvorbereitung mit der ersten Mannschaft des FCA bestritten. Ob sie die Saison auch mit dem Fanionteam in Angriff nehmen werden, soll voraussichtlich bis Donnerstag entschieden werden, wie Sportchef Urs Bachmann sagt. Dasselbe gilt auch für Cédric Franek, der allerdings nicht im Breisgau ist, weil er derzeit die Rekrutenschule absolviert.

Der neue FC-Aarau-Trainer im Interview: Herr Bordoli, warum haben Sie ein Delfin-Tattoo?

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Sehr gute Aussichten im Kader zu verbleiben, hat Offensivspieler Marvin Spielmann. Weil sich Petar Sliskovic am Meniskus verletzt hat, dürfte er als valable Option im Angriff im Kader verbleiben. Der 19-Jährige gehörte bereits während des FCA-Trainingslagers in der Winterpause in der Südtürkei zum FCA-Kader, wurde danach aber wieder zum FC Baden zurückgeschickt.

Die Stürmersuche läuft weiter

Weiterhin sucht der FC Aarau auf dem Transfermarkt nach einer Verstärkung im Angriff. Neben dem Österreicher Deniz Mujic, der gleich in seinem ersten Testspiel für den FCA gegen Rapperswil-Jona zwei Tore erzielt hatte, wird noch mindestens ein Testspieler während des Kurztrainingslagers zum Team stossen.

Fragezeichen gibt es auch noch um Carlinhos: Ob der neu verpflichtete Brasilianer zum Saisonstart bereits eingesetzt werden kann, ist derzeit noch unklar. Der FCA wartet noch auf die Arbeitsbewilligung für den 21-Jährigen.