Tabellenerster gegen Tabellenzweiter, das Stadion mit 4241 Zuschauern proppenvoll und die Stimmung bereits vor Puckeinwurf am Kochen. Das Derby im Langenthaler Schoren war angerichtet.

Romano Pargätzi sagte noch am Tag vor dem Mittelland-Derby: «In diesen Spielen geht es immer um einiges, vor allem bei einer solchen Ausgangslage. Da braucht es tatsächlich keine zusätzliche Motivation mehr.»

Olten geriet früh ins Hintertreffen

Doch es waren die Langenthaler, die spritziger und offensiv gefährlicher in dieses Duell starteten und deshalb nach knapp sieben gespielten Minuten durch Topscorer Brent Kelly in Führung gehen konnten. Nach einem Schuss von Stefan Tschannen verwertete er einen Abpraller Mischlers. Es war dies der sinnbildliche Verlauf eines verhaltenen Starts der Oltner, die ihrerseits auch einige Male gefährlich vor SCL-Goalie Mathis auftauchten, sich jedoch dann immer wie mehr ins eigene Drittel einschnüren liessen.

Anstatt der Oberaargauer kamen im zweiten Spielabschnitt die Dreitannenstädter besser aus den Katakomben. Nach einer frühen Zweiminutenstrafe von EVZ-Leihgabe Marc Marchon zog Fabian Ganz unhaltbar für Marco Mathis von der blauen Linie ab. Dass gerade Ganz den Treffer in der Überzahlsituation erzielte, war nicht mehr als logisch. Immer und immer wieder wurde der starke Schuss des umworbenen Offensivverteidigers gesucht.

Es schien dies aktuell das einzig funktionierende Rezept im sonst schwachen Oltner Powerplay zu sein. «Heute war unser Überzahlspiel zu durchschaubar», meinte der Oltner Torschütze nach dem Spiel. Er ergänzte aber, dass das Spiel mit einem Mann mehr nicht nur abhängig von ihm sei. «Es werden mehrere Varianten trainiert, die aber heute leider nicht wie gewünscht geklappt haben.»

Strafen mit Bleiwirkung

Die vom Ausgleich beflügelten Powermäuse nahmen sich dann aber selbst den Schwung aus dem Spiel – durch blöde Strafen. Die Strafe von Marchon war nämlich der Auftakt zu einer regelrechten Strafenflut auf beiden Seiten. Ganze neun kleine Strafen wurden im zweiten Drittel ausgesprochen. Die Oltner konnten von Glück sprechen, dass der besten Überzahlmannschaft der Liga ihr Lenker und Denker, Jeff Campbell, verletzt fehlte.

Die übermässige Benutzung der Kühlbox gipfelte in der 36 Minute in einem unnötigen Foul der brutalen Sorte von Olten-Kanadier Justin Feser. Nach einem Check von hinten in die offene Bandentüre gegen Stefan Tschannen wurde er vom Schiedsrichter zurecht unter die Dusche geschickt. Es ging in diesem emotionalen und hektischen Spielabschnitt beinahe unter, dass Dominic Hobi mit dem 2:1 für die Langenthaler das Game-Winning-Goal erzielte – in Unterzahl wohlgemerkt.

Ein fader Nachgeschmack bleibt

Mit nur noch einem Ausländer und einer kräfteraubenden fünfminütigen Unterzahl in den Beinen waren die Oltner im Schlussabschnitt zu keiner Reaktion mehr fähig. Die Mannschaft von Trainer Jason O’leary wusste den knappen Vorsprung geschickt zu verteidigen und die Oltner Offensive in Schach zu halten.

Richtig gefährlich wurde es in der Langenthaler Zone erst wieder, als Oltens Schlussmann Mischler durch einen sechsten Feldspieler ersetzt wurde. Doch der Endspurt kam zu spät. Der SC Langenthal konnte somit ein emotionales und unterhaltsames Spiel für sich entscheiden. Es bleibt aber der fade Nachgeschmack, dass am Samstagabend mehr drin gelegen wäre – vor allem im zweiten Drittel.

Lesen Sie hier die wichtigsten Details zum Spiel. Sie finden zudem spannende Bilder und Informationen zu den Matchvorbereitungen des Derbys:

EHCO-Olten