Die Erleichterung war spürbar. Beim Publikum, welches die Mannschaft bereits nach 40 Minuten mit einem warmen Applaus in die Kabine verabschiedete, aber auch bei den Spielern selber. Endlich gelang es wieder einmal, einen soliden, mehr noch, einen wirklich guten Auftritt aufs Eis zu legen. Der EHCO lief nie Gefahr, gegen den HC Ajoie Punkte zu lassen. «Nach der Pause ist es manchmal nicht einfach, wieder ins Spiel zu finden», versuchte Justin Feser, die letzten Auftritte der Oltner nach der Nationalmannschaftspause zu erklären.

Dass man derart überzeugend zu einem Vollerfolg nach 60 Minuten kommen würde, konnte so nicht erwartet werden. Dreimal mussten die Oltner in den letzten drei Spielen ins Penaltyschiessen, davor einmal in die Verlängerung. Und dann war da das Hinspiel, in welchem der EHCO während zweier Drittel vom Tempo des Gegners überfordert war und das Spiel erst kurz vor Schluss eher glückhaft auf seine Seite drehte.

Nein, im Hinterkopf habe man jene Partie nicht mehr gross gehabt, so Feser. «Aber wir gingen natürlich davon aus, dass sie wieder schnell spielen würden. Und wir wussten: Wenn sich jeder an unser Spiel hält, dann haben wir Erfolg.» Und genau so ist es gekommen.

Vorentscheidung nach 33:33

Mit der Leistung beim deutlichen 4:0-Sieg über den direkten Verfolger konnten die Oltner zudem die Pendenzenliste massiv abarbeiten und diverse grobe Posten (fürs Erste) streichen. Die fehlende Konstanz beispielsweise, welche seit Wochen in grossen Lettern ganz zuoberst stand. Endlich gelang es wieder einmal, ein Spiel während der gesamten 60 Minuten durchzuziehen.

EHC Olten vs. HC Ajoie 4:0

EHC Olten vs. HC Ajoie 4:0

Erfolgte in den letzten Runden jeweils gegen Spielende das grosse Nachlassen, hielten die Oltner diesmal den Rhythmus hoch und verzeichneten bis zum Schluss die klar besseren Chancen – welche sie nach dem 4:0 durch Chris Bagnoud (43.) allerdings nicht mehr für einen weiteren Treffer nutzen konnten.

Auffallend auch die Steigerung bei der Passgenauigkeit. Es gab sie praktisch nicht mehr, die ungenauen Auslösungen, im Gegenteil. Als Beispiel hierfür die 34. Minute, als Philipp Wüst mit einem herrlichen Pass an die gegnerische blaue Linie Marco Truttmann lancierte, ehe Justin Feser den Abpraller nach genau 33:33 zum 3:0 ins Tor spedierte. Der Oltner Topskorer bestätigte seine starke Form der letzten Wochen und war gestern der überragende Akteur auf dem Eis.

Powerplay: zumindest effizient

Natürlich musste er sich diese Rolle mit EHCO-Goalie Kevin Huber teilen. Dieser strahlte auch gegen Ajoie wieder viel Ruhe und Sicherheit aus, produzierte wenig gefährliche Abpraller und hielt seinen Kasten dicht – zum ersten Mal im Dress der Oltner, bei seinem vierten Einsatz in dieser Saison.

Er steige nicht grundsätzlich mit der Absicht in eine Partie, einen Shutout feiern zu können, meinte der 22-Jährige nach dem Spiel, «viel wichtiger sind die drei Punkte. Meine Vorderleute haben aber auch kaum etwas zugelassen. Das waren vielleicht zehn Schüsse, welche ich zu parieren hatte.»

Genau genommen waren es deren 18, welche eine deutlich erstarkte EHCO-Verteidigung zuliess – womit auch der Punkt «Defensive Stabilität» von der Pendenzenliste gestrichen werden konnte. Seinen Platz verteidigt hat hingegen das Powerplay. Zwar erzielten die Oltner zwei Treffer in Überzahl und waren damit zumindest effizient.

Daneben schlichen sich aber auch gegen Ajoie wieder lange Phase mit einem Mann mehr ein, in welchen gar nichts klappen wollte. Wenn sich auch in dieser Beziehung in den nächsten Wochen noch Entscheidendes tut, hat der EHC Olten endgültig in die richtige Spur zurückgefunden.

Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker:

Liveticker Olten Ajoie