Die einzig richtig schlechte Nachricht des gestrigen Abends kam für den EHC Olten vor dem Spitzenkampf gegen die Rapperswil-Jona Lakers: Giacomo Dal Pian, zuletzt mit deutlicher Aufwärtstendenz, wurde von Lugano per sofort zurückgeholt, nachdem sich mit Matteo Romanenghi ein nächster HCL-Angreifer im Morgentraining verletzt und den Finger gebrochen hatte. Man werde deshalb quasi mit dem letzten Aufgebot auflaufen, flachste EHCO-Sportchef Köbi Kölliker vor der Partie. Nicht nur deshalb war die Leistung des neuen Tabellendritten stark. Sehr stark sogar.

Die gut 4500 Zuschauer bekamen, in vielerlei Hinsicht, den wohl besten EHCO-Auftritt der Saison zu sehen. Zum Beispiel in Sachen Intensität. Kurze Zeit nur musste man sich ein klein wenig Sorgen machen um die Oltner; doch nach dem frühen Anschlusstreffer durch Mc Gregor (7.) war es auch in diesem Bereich ein Duell auf Augenhöhe. Die Oltner hielten mit allen verfügbaren Mitteln entgegen, was auch den Gegner zu beeindrucken schien.

EHC Olten vs.  SC Rapperswil Jona Lakers 4:1

Die wichtigsten Szenen von Oltens 4:1-Sieg gegen den SC Rapperswil Jona Lakers im Video.

Dieser versuchte zwar weiterhin, seine physischen Vorteile auszuspielen, biss beim Heimteam aber zunehmend auf Granit. «Das war heute von A bis Z eine super Leistung», meinte EHCO-Goalie Matthias Mischler später, «und zwar von jedem einzelnen.» Diverse Male wurde er von seinen Vorderleuten in der Vergangenheit arg im Stich gelassen, gestern konnte er diesbezüglich beinahe schon Bestnoten verteilen.

Den Sieg nach Hause gespielt

Gut, ja vorzüglich war gestern Abend auch die Effizienz der Oltner. Von total neunzehn Schüssen aufs Tor zappelten nicht weniger als deren vier im Netz. Hatte in der Ajoie noch der Gegner nach 37 Sekunden das Score eröffnet, rehabilitierten sich die Oltner 1:1 für den Kaltstart vom Dienstag und trafen ihrerseits nach exakt 37 Sekunden. Bagnoud zog von der blauen Linie ab, und Melvin Nyffeler, statistisch die Nummer 1 der Liga, musste den nicht allzu scharfen Schuss passieren lassen. Allerdings war ihm in der ersten Flugphase die Sicht verdeckt. Und als Truttmann keine drei Minuten später gar das 2:0 gelang, war der Traumstart für Grün-Weiss perfekt.

Damit der EHCO nach dem 2:1 physisch mithielt und resultatmässig die Oberhand behielt, dafür musste er seine auffälligste Qualität an den Tag legen: die läuferischen Fähigkeiten. Gepaart mit einer – gegenüber den ersten Spielen nach der Nationalmannschaftspause – wiederum verbesserten Passqualität, entwickelte sich gegen den beinahe komplett angetretenen SCRJ eine mehr als ansehnliche Partie. Mit dem besseren Ende für Olten, welchem die neuerliche 2-Tore-Führung (27.), erzielt wiederum durch Truttmann nach einem magistralen El-Assaoui-Pass, sichtlich in die Karten spielte.

Mischler wie eine Wand

Die Gäste erspielten sich zwar vor allem gegen Ende des zweiten Drittels eine ganze Reihe von sehr guten Möglichkeiten, vermochten aber keine davon gegen einen bestechend sicheren Matthias Mischler zu verwerten. Und das war fatal. Denn im letzten Drittel liess der EHCO praktisch nichts mehr zu und kontrollierte die Partie. «Wir waren uns nicht zu schade, die Scheibe in die Mittelzone zu spielen», so Mischler. «Das hätten wir in zwei, drei Spielen vor der Nati-Pause auch schon machen sollen.»

 

Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker:

Olten - Rapperswil-Jona