Nach zehn Runden hatte alles so schön ausgeschaut für den EHC Olten. Soeben hatte er zu Hause gegen Martigny den achten Sieg in Serie gefeiert und war nach 60 Minuten in dieser Saison noch immer ungeschlagen. Dann jedoch folgten zwei Auswärtsniederlagen, zuerst in Langenthal, drei Tage später in La Chaux-de-Fonds.

Vor allem die 2:6-Niederlage gegen den HCC der Oltner tat weh. Und sie zeigte auf, dass der EHCO in den ersten Runden wohl etwas über den Verhältnissen gepunktet hatte. Will heissen: Die Aktie EHCO erfuhr die erwartete Kurskorrektur. Nach diesen zwei Niederlagen stehen die Powermäuse zwar noch immer punktgleich mit dem neuen Leader SC Langenthal auf Rang 2, und doch blieb nach dem 2:6 in La Chaux-de-Fonds eine gewisse Ratlosigkeit zurück.

Vom System abgekommen

Zumal das System, welches Trainer Heikki Leime den Spielern einzuimpfen versucht, in den ersten Spielen ja bereits funktionier habe, sagt Martin Ulmer (28). «Dass wir in dieser Beziehung noch nicht weit genug sind, ist absolut keine Ausrede für unseren Auftritt. Heikki ist lange genug da, wir wissen ganz genau, was wir zu tun haben.»

Allein, er und seine Teamkollegen hätten genau das in den 60 Minuten zuvor nicht getan. Dabei habe sich die jüngste Entwicklung schon gegen den SCL abgezeichnet. Ulmer: «Sowohl Langenthal als auch La Chaux-de-Fonds haben extrem gut verteidigt, wir hatten es meist mit drei Verteidigern zu tun. Dann», so der schweiz-österreichische Doppelbürger weiter, «versuchten wir gewisse Sachen zu ändern und sind dann vollends vom System abgekommen.»

Genau gleich sieht das am Tag danach Dino Stecher. «Es passte einfach nicht zusammen», so der Assistenztrainer. Ein Beispiel: Der eine machte Pressing, der andere liess sich auswechseln. Oder: Der Verteidiger will auslösen, vorne rennen alle davon, anstatt sich gezielt freizulaufen. «Das ist dann das Resultat davon», so Stecher.

20.10.2015 HC La Chaux-de-Fonds - EHC Olten (6-2)

Die Highlights zum Spiel im Video:

Diese Entwicklung könne es einmal pro Saison geben, erinnert Stecher, «solche Erfahrungen muss man machen.» Lieber jetzt, als (zu) spät in der Saison. Es gelte natürlich, die Lehren zu ziehen aus dem Auftritt in La Chaux-de-Fonds. «Jetzt alles durcheinanderzuwirbeln», so Stecher, «das bringt aber bestimmt nichts.»

Dass der EHCO fehleranfällig ist, wenn er in der eigenen Zone früh bedrängt wird, das ist nicht neu. Logisch also, dass Ganz ein präziseres Passspiel fordert. Mehr noch: «Alle fünf müssen sich viel besser unterstützen, mehr laufen. Wir müssen anspielbar sein, basiert unser System doch darauf, mit Pässen über mehrere Stationen zu agieren.»

Zurück auf die Siegesstrasse

Noch vor einer Woche grüssten die Oltner mit vier Punkten Vorsprung von der Spitze, jetzt droht der Rückfall ins Mittelfeld. Ein Sieg am Freitag zu Hause gegen die GCK Lions ist dehalb Pflicht, bevor am Sonntag eine heikle Auswärts-Aufgabe in Visp auf den Ex-Leader wartet. Ulmer: «Wir müssen schauen, dass wir unsere Spiele wieder gewinnen und damit entsprechend Selbstvertrauen holen.»