Heute wird am Adventskranz die erste Kerze angezündet. Ein untrügliches Zeichen dafür, dass sich das Kalenderjahr dem Ende zuneigt. Und auch ein Zeichen dafür, dass sich die Eishockeysaison im fortgeschrittenen Stadium befindet. Will heissen: Langsam, aber sicher sollten die Mannschaften ihr wahres Gesicht zeigen, sollte sich die Spreu vom Weizen trennen. Nun ist der EHC Olten in der Tabelle immer noch recht komfortabel auf Platz vier klassiert. Doch das wahre Gesicht der Powermäuse hat man auch am Vorabend des ersten Advents vergeblich gesucht.

Gegen den HC Thurgau unterlag die Mannschaft von Trainer Heikki Leime trotz latenter Überlegenheit am Ende mit 2:3 nach Penaltyschiessen. Leonardo Fuhrer machte mit seinem Ausgleichstreffer 96 Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit die Hoffnung der Oltner auf drei Punkte zunichte. Allein die Tatsache, dass sich die Einheimischen die Butter noch so spät vom Brot nehmen liessen, zeigt das ganze Dilemma auf. Momentan steckt in dieser Mannschaft einfach irgendwie der Wurm drin.

Die vierte Sturmlinie als positiven Aspekt

Heikki Leime musste auf der Suche nach positiven Aspekten des Spiels lange nachdenken und fand schliesslich zwei Punkte, die ihm gefallen hatten: «Die vierte Sturmlinie und die Art und Weise, wie wir die doppelte Überzahl ausnutzten.» Damit sprach der Finne die beiden Szenen an, die zu den Oltner Toren führten. Die vierte Linie erzielte einen wunderschön herausgespielten Treffer – Scherwey vollendete die herrliche Vorarbeit von Dal Pian zum 2:1. Und Reto Kobach hatte den EHCO mit einem Ablenker nach einem Schuss von Justin Feser mit zwei Mann mehr 1:0 in Führung gebracht.

Dass diese beiden Tore nicht zum Sieg reichten, war einerseits den dummen Eigenfehlern zu verdanken, die den Thurgauern jeweils die Ausgleichstreffer ermöglichten: Bagnoud verlor im Powerplay den Puck als hinterster Mann an Damon. Und El Assaoui schlug vor Fuhrers später Egalisation zweimal über die Scheibe.

Killer? Vor dem Tor Fehlanzeige

Andererseits verpassten es die Oltner aber auch, Kapital aus ihrer optischen Überlegenheit zu schlagen. Der direkte Zug auf das Tor fehlte wie schon so oft in dieser Saison. Und damit zusammenhängend auch die letzte Entschlossenheit. Ein Punkt, den Leime seiner Mannschaft besonders ankreidete: «Wir müssen unseren Killerinstinkt vor dem Tor wieder finden. Nicht immer noch den Pass zum Mitspieler suchen.»

Der Oltner Trainer scheint momentan selber ein wenig zu rätseln, wieso seine Mannschaft nicht in Schwung kommen will, sieht aber einen der Gründe darin, dass sich die designierten Leader noch nicht im gewünschten Mass gezeigt haben. Namen nannte er keine, doch er gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass «einer dieser Spieler aufsteht und das Heft in die Hand nimmt».

Noch bleibt den Oltnern genügend Zeit, die nötigen Korrekturen anzubringen. Doch eines ist klar: Spätestens, wenn die Kerzen vom Weihnachtsbaum entfernt wurden, muss diese Mannschaft zeigen, was sie wirklich draufhat.

Lesen Sie hier die Partie in unserem Liveticker nach:

Liveticker Olten-Thurgau