«Spätestens, wenn die Kerzen vom Weihnachtsbaum entfernt wurden, muss diese Mannschaft zeigen, was sie wirklich draufhat.» Das schrieb diese Zeitung nach der 2:3-Heimniederlage des EHC Olten gegen den HC Thurgau am 28. November, welche nach einer einmal mehr rätselhaft dürftigen Leistung zustande gekommen war.

Damals suchten die Powermäuse mehr schlecht als recht nach ihrer Identität, wurstelten sich irgendwie durch den Meisterschaftsalltag. Nun, knapp vier Wochen später, darf man wieder Bilanz ziehen – sogar noch bevor die Kerzen vom Weihnachtsbaum entfernt worden sind. Und die Bilanz fällt durchwegs erfreulich aus. Seit besagtem Thurgau-Spiel hat der EHC Olten in acht Spielen achtmal gewonnen. Und das mehrheitlich auf überzeugende Art und Weise. So auch gestern beim 5:2-Sieg gegen Aufsteiger Winterthur. Einem Gegner, gegen den man sich in dieser Saison auch schon äusserst schwergetan hat. Der aber gegen einen EHC Olten im aktuellen Zustand trotz guten Momenten letztlich auf verlorenem Posten stand.

Breites Kader als Schlüssel zum Erfolg

Dass die Zürcher trotz einer frühen 2:0-Führung als klarer Verlierer vom Eis mussten, zeigt, wie gefestigt die Mannschaft von Trainer Heikki Leime inzwischen auftritt. Auffällig auch, wie ausgeglichen das Team ist, wenn alle Spieler einigermassen in Schwung sind. Hatte beim 8:3-Sieg in La Chaux-de-Fonds noch der Paradesturm um Topskorer Justin Feser brilliert, so setzten gegen Winterthur die zweite Formation um den zweifachen Torschützen Shayne Wiebe und der dritte Sturm um Center Stefan Hürlimann die Glanzlichter.

Doch was ist eigentlich passiert in diesen Dezembertagen? «Es ist für mich hauptsächlich eine Frage des Kopfs. Diese Liga ist sehr ausgeglichen und umkämpft. Man kann sich mentale Durchhänger kaum leisten. Die werden sofort bestraft. Damit hatten wir eine Zeit lang zu kämpfen», erklärte Heikki Leime. Für den EHCO-Trainer ist der gute Lauf der Dinge letztlich eine Frage des Selbstvertrauens, welches sich auch gegen Winterthur in Form einer souveränen Reaktion auf den Fehlstart manifestierte: «Es war ein schwieriges Spiel. Nach dem Spiel in La Chaux-de-Fonds waren wir mental etwas müde. Aber wir sind auch nach dem 0:2-Rückstand nicht in Panik geraten, sondern haben geduldig auf unsere Chancen gewartet.»

Das System klappt immer besser

Für Stefan Hürlimann sticht heraus, dass «das System, welches wir spielen wollen, immer besser klappt.» Der Captain, der mit seinen Flügeln Diego Schwarzenbach (erzielte in seiner zweiten Partie nach der Verletzungspause seinen ersten Saisontreffer) und Martin Ulmer prächtig harmonierte, schwärmte von der guten Stimmung: «Es macht natürlich Spass, diese Spiele zu gewinnen. Alle haben Freude, der Zusammenhalt ist super.»

Der EHC Olten darf nun beruhigt und mit gutem Gewissen in die kurze Weihnachtspause gehen (am 26. Dezember stehen die Spieler bereist wieder auf dem Eis). Der Kurs in Richtung Playoffs stimmt. Die grosse Kunst ist es nun, einen markanten Abfall der Leistungskurve zu verhindern. Die Erfahrungen aus dem tristen November sollten den Oltnern Warnung genug sein, nicht wieder ins alte Fahrwasser zurückzukehren.

Lesen Sie hier den Liveticker vom Spiel nach:

Olten - Winterthur