Mit dem 6:4 gegen Rapperswil lieferte der Aufsteiger Winterthur letzten Samstag eine gute Leistung ab und setzte gleichzeitig das i-Tüpfelchen auf einen mehr als gelungenen Saisonauftakt. Gleichzeitig taten sich die Oltner unerwartet schwer mit dem Playout-Kandidaten Thurgau, dominierten zwar die Partie, mussten aber am Ende froh sein, der Verlängerung entronnen zu sein.

Und doch schienen die Rollen relativ klar verteilt vor dem gestrigen Aufeinandertreffen des Schweizer Amateur-Meisters und dem NLB-Playoff-Finalisten der letzten Saison. Hier die Gäste, die ihrer eigenen Linie, welche gegen Rapperswil zum Erfolg geführt hatte, auch gegen das sehr gut organisierte Olten treu bleiben wollten, betonte Trainer Markus Studer. Da die Oltner, die sich für den unbefriedigenden Auftritt gegen Thurgau rehabilitieren wollten.

EHC Olten vs. EHC Winterthur 2:0

EHC Olten vs. EHC Winterthur 2:0

Ein ähnlicher Auftritt sollte ihnen, das war von Anfang an zu merken, nicht noch einmal passieren. Bis auf eine unübersichtliche Situation mit dem Beinahe-Ausgleich von Thöny in der 12. Minute war der Tabellenzweite nämlich der Herr im Haus, kam früh zum 1:0 durch Wiebe in Überzahl und bestimmte danach die Gangart. Der Unterschied wurde früh sichtbar, vor allem dann, wenn es schnell ging.

«In den technischen Belangen müssen wir noch besser werden, bei hoher Geschwindigkeit die richtigen Entscheidungen treffen», ortete Studer das grösste Steigerungspotenzial seiner Mannschaft. Genau dies bestätigte sich je länger, je mehr. Winterthur erwies sich zwar als aufsässiger und engagierter Gegner, doch mit zunehmendem Tempo häuften sich die Unsicherheiten.

Wiebes Last-Minute-Siegsicherung

Doch das war nur die eine Seite. Auf der anderen war der fehlende Spielfluss, welcher sich im ersten Drittel einzuschleichen begann und in der Folge überhandnahm. Die Oltner verloren ein wenig die Linie, weshalb Cédric Schneuwly nach 40 Minuten ein schnelleres Überwinden der neutralen Zone forderte. Und: «Wir müssen wieder mehr dort hingehen, wo es wehtut.»

Der EHCO überstand zwar Drittel zwei ohne Verlusttreffer, benötigte dabei aber auch ein wenig Glück. Derweil schraubte auf der anderen Seite Fabio Haller seine Fangquote auf beinahe 96 Prozent nach zwei Drittel und lag damit fast zehn Prozent über seinem Durchschnitt aus seinen bisherigen drei (Teil-)Einsätzen.

Das von Schneuwly geforderte schnelle Spiel nach vorne wollte auch im letzten Abschnitt nicht recht gelingen. Selten nur konnte aus der neutralen Zone der nötige Speed mitgenommen werden, immer wieder blieben die Oltner im Bereich der Mittellinie oder bereits in der eigenen Zone hängen.

Winterthur leistete nicht nur sehr effiziente Störarbeit, es kam auch zu Chancen und hätte sich zumindest den einen Punkt redlich verdient. Doch es kam anders. Shayne Wiebe traf 25 Sekunden vor dem Ende ins leere Tor und besiegelte damit den 6. EHCO-Sieg in Serie.

Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker:

Olten - Winterthur