Diese virtuelle Autoreise von Europas nördlichster in Europas westlichste Ecke beginnt auf den kurvigen Strassen Norwegens.

Vom Ausgangspunkt am Nordkap begeben wir uns auf eine fast 5500 Kilometer lange Fahrt quer durch Westeuropa bis nach Lissabon.

Unsere Reise quer durch Europa

Sowohl in Norwegen als auch in Portugal werden Strassengebühren automatisiert verrechnet. Das hat so seine Tücken, mehr dazu aber später.

Treibstoffkosten belaufen sich auf über 700 Franken

Strassen von zehn Ländern werden wir befahren, dabei bei einem Verbrauch von 7,5 Litern auf 100 Kilometer ungefähr 400 Liter Treibstoff verbrennen.

Bei einem Literpreis von 1.80 Franken belaufen sich allein die Treibstoffkosten auf über 700 Franken. Solche Zahlen spucken die Online-Routenplaner der Verkehrsklubs wie des Schweizerischen TCS oder des deutschen ADAC aus.

Die Kosten dieser Reise aber verteuern sich weiter, kommt doch ein nicht unbeträchtlicher Betrag an Strassengebühren hinzu.

Keine Maut: Deutschland, Finnland oder die Benelux-Staaten

Zwar stellen Länder wie Deutschland, Finnland oder die Benelux-Staaten keine Maut in Rechnung, trotzdem werden sich die Mautgebühren nach Ankunft in Portugal auf insgesamt 240 Franken summiert haben. Zum Vergleich: Ein Flugticket von Tromsø in Norwegens Norden nach Lissabon gibt es ab 600 Franken.

Wer sich also für eine solche Strecke hinters Steuer klemmt, sollte nicht nur über genügend dickes Sitzleder, sondern über eine ebenso volle Portokasse verfügen.

Norwegen wälzt einen Teil der Kosten für seine aufwendigen Strassenbauten über Gebühren auf die Benützer ab – grösstenteils automatisiert.

Wer sich vor seiner Autofahrt nicht online registriert, erhält die Rechnung Monate später in die Schweiz geschickt.

Die Absenderin: eine private Inkasso-Firma mit Sitz in London. Auf der Rechnung finden sich Beweisfotos inklusive Ort und Zeitpunkt des Passierens der Maut-Fotofalle.

Der schnellste Weg südwärts erfolgt nicht durchs gebirgige Norwegen, sondern durch die Ebenen Lapplands und Schwedens endlose Wälder.

Stockholm: City-Maut bezahlen nur die Schweden

Stockholm lassen wir links liegen, auch wenn wir der Metropole mit dem ausländischen Nummernschild gratis einen Besuch abstatten könnten.

Die City-Maut bezahlen hier nur die Schweden. Teuer wird es erst bei der Überfahrt nach Dänemark: Für 46 Euro lässt’s sich seit dem Jahr 2000 bequem über die Öresundbrücke nach Kopenhagen fahren.

Die Hälfte der Reisezeit liegt hinter uns. Rasch sind die Autobahnkilometer auf dänischem Boden zurückgelegt. Vor uns liegt die einzige Fährüberfahrt dieser Reise auf die deutsche Insel Fehmarn.

Superstaus sind an der Tagesordnung

Damit gelangen wir auf eines der weltweit dichtesten Autobahnnetze überhaupt: Deutschland, Holland und Belgien – Maut-freie Zone. Superstaus sind in diesen Ländern an der Tagesordnung.

Die Chancen stehen nicht schlecht, dass es rascher vorwärtsgeht ab der Grenze zu Frankreich. Doch wird es ab da auch teurer.

Nur wenige Fahrminuten nach der Einreise bereits das erste «Péage»-Schild. So sind die Mautstellen signalisiert.

Groteske Szenen, wenn drei Spuren sich auf zwanzig vermehren und nach der Schranke das Rennen um die wenigen Spuren auf einer riesigen Asphaltwüste von Neuem beginnt.

Der Puls steigt: Beschleunigen, abbremsen, Ticket entnehmen, noch einmal beschleunigen, abbremsen, erneut Maut bezahlen, erneut beschleunigen – das endlose Spiel auf Frankreichs Autobahnen um die Kilometer lässt Euro um Euro in den hungrigen Mäulern der Automaten verschwinden.

Teures Frankreich

Frankreichs Autobahnen sind mit wenigen Ausnahmen gebührenpflichtig. Bei Bayonne am Golf von Biskaya werden wir 75 Euro fürs rasche Vorwärtskommen bezahlt haben.

Im teilautonomen Baskenland geht es mit der hohen Kadenz an Mautstellen weiter. Nur die Beträge werden kleiner.

Nach knapp 60 Stunden Autofahrt und weiteren 25 Euro für die leergefegten spanischen Autobahnen reisen wir endlich in Portugal ein. Touristen werden sogleich zum Halt an einer separaten Mautstation aufgefordert.

Easy Toll-System mit Kreditkarte

Easy Toll heisst das System, das für 30 Tage Kreditkartennummer und Autokennzeichen speichert. Alternativ stehen bediente Mautstationen bereit.

Wer sich aber registriert, profitiert vom automatisierten Abrechnungsverfahren. Das setzt jedoch voraus, dass der Lenker sich nicht an den Mautstellen verirrt.

Verpasst er die schlecht gekennzeichnete Easy-Toll-Spur, so sitzt er beim Maut-Kabäuschen in der Falle: Weil es nun an einem Ticket für den gefahrenen Autobahnabschnitt fehlt, verlangt der portugiesische Gebühreneintreiber – wir stellen ihn uns als grimmigen Mann vor – 50 Euro, den maximalen Betrag auf Portugals Autobahnabschnitten.

Unsere Strecke quer durch Europa im Überblick:

Nordkap - Inari - Rovaniemi - Lulea - Skelleftea - Sundsvall - Stockholm - Jönköping - Malmö - Lolland - Hamburg - Antwerpen - Paris - Bordeaux - San Sebastian - Valladolid - Lissabon.