Zweifelsohne haben der Terror des Islamischen Staates (IS) und das fragwürdige Machtgebaren von Recep Tayyip Erdoğan Auswirkungen auf den Tourismus. Für die grosse Masse der Sonnenanbeter und Meerhungrigen erschwingliche Ferienplätze beispielsweise in Ägypten, Tunesien und in der Türkei werden gemieden – auch von Schweizerinnen und Schweizern. Besonders gefragt ist diesen Sommer Dolcefarniente in Italien und Spanien. Hier fühlt man sich sicherer.

Schweiz als Ferienland beliebt – trotz starkem Franken

Etliche helvetische Ferienfahrer verzichten heuer sogar auf einen sommerlichen Auslandtrip und verbringen den Urlaub im eigenen Land – frei nach dem Motto: Warum denn in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah. Schliesslich laden hierzulande in vielen idyllischen Naturlandschaften zahlreiche Flüsse, Bäche, Seen und Berge zum Verweilen ein. Und Übernachtungsmöglichkeiten gibt es für alle Ansprüche – von der einfachen Jugendherberge und rustikalen Alphütte bis zum Fünf-Sterne-Hotel. Hinzu kommt ein kulinarisches Angebot, das ebenso vielfältig ist wie die Palette an Unterhaltungs- und Sportmöglichkeiten. Das entdecken neu nicht nur Herr und Frau Schweizer, sondern wird seit Jahren von Feriengästen aus aller Welt sehr geschätzt. Kurz gesagt: Die Schweiz ist bei einheimischen und ausländischen Feriengästen beliebt, auch wenn der hohe Frankenkurs derzeit auf die Übernachtungszahlen drückt, wie die Beherbergungsstatistik aufzeigt.

Tour of Switzerland ausbauen und verfeinern

Wie der hohe Frankenkurs für den hiesigen Tourismus eine grosse Herausforderung darstellt, ist der Trend zu Inlandferien eine grosse Chance. Das hat Schweiz Tourismus mit Direktor Jürg Schmid an der Spitze erkannt und für diesen Sommer 57 Millionen Franken in eine Kampagne gesteckt. Unter anderem soll die im vergangenen Jahr mit Erfolg lancierte Grand Tour of Switzerland – eine nach individuellen Bedürfnissen ausgelegte Rundreise durch die Schweiz – ausgebaut und verfeinert werden. Langfristig verfolgt Swiss Tourismus das Ziel, die Tour of Switzerland zu einer der fünf bedeutendsten Ferienstrassen der Welt zu machen.

Konflikt zwischen sportaktiven und ruhesuchenden Menschen

Auch die Region Olten hat in Sachen Tourismus einiges zu bieten. Vor allem der Jura und die Aare sind ein Eldorado für Erholungssuchende und Sportbegeisterte. Das kann zu Konflikten führen, zum Beispiel zwischen sportaktiven und ruhesuchenden Menschen. Oder durch Lärm verursachendes wildes Parkieren und Campieren, Hundekot und Littering.

Für konfliktfreie Nutzung des Naherholungsgebietes

Um eine möglichst konfliktfreie Nutzung des Naherholungsgebietes im 13 Kilometer langen Aareraum zwischen Olten und Aarau gewährleisten zu können, will die Gemeindepräsidentenkonferenz Niederamt (GPN) geeignete Massnahmen treffen. Hierfür hat die GPN eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Erste Massnahmen liegen bereits vor. Nach den Sommerferien soll ein gemeinsames Reglement der Anstösser-Gemeinden vorliegen, das den Budgetgemeindeversammlungen im Dezember unterbreitet werden soll. Zu hoffen bleibt, dass der Massnahmenkatalog zuletzt nicht nur aus Verboten und Bussenandrohungen gegenüber Erholungssuchenden besteht. Gefragt sind bedürfnisgerechte Massnahmen, die allen Anliegen Rechnung tragen: Freizeit, Naturschutz, Hochwasserschutz, Kraftwerk- betrieb. Dabei soll das Motto lauten: «Miteinander statt gegeneinander». Nur so ist eine optimale Koordination aller Massnahmen überhaupt möglich.

beat.nuetzi@azmedien.ch