Kommentar

Gewagte Strategie

Beat Nützi
Nach 16 Jahren im Amt wird Sozialdirektor Peter Schafer Ende Juli 2017 aus dem Stadtrat ausscheiden.

Nach 16 Jahren im Amt wird Sozialdirektor Peter Schafer Ende Juli 2017 aus dem Stadtrat ausscheiden.

Peter Schafer (SP) steigt aus dem politischen Zug aus. Der Sozialdirektor wird nicht mehr als Stadtrat kandidieren. Dazu wurde er von seiner eigenen Partei aufgefordert.

So rasch kann in der Politik der Wind kehren: Vor einem Jahr wollte Peter Schafer noch in den Nationalrat, und bei der letzten Wiederwahl in den Oltner Stadtrat vor dreieinhalb Jahren schaffte der Oltner Sozialdemokrat hinter der grünen Iris Schelbert auf Anhieb im ersten Wahlgang die Volkshürde, während alle andern Kandidaten, darunter auch der jetzige Stadtpräsident Martin Wey, nochmals antreten mussten.

Jetzt steigt Peter Schafer aus dem politischen Zug aus. Er wirft im Hinblick auf die anstehenden Wiederwahlen das Handtuch, das er von der Geschäftsleitung seiner Partei zugesteckt erhalten hat. Gegen aussen manifestierte sich dieser Akt durch irritierende Handlungen der Parteileitung bei den Wahlvorbereitungen. Spätestens bei der Diskussion über die Mitkandidatur von Marion Rauber war allen bewusst, dass Schafers Rückhalt in der Parteileitung nachgelassen hat.

Der Druck, der auf Schafer lastete, hat sich nun mit seinem Rückzug verlagert – auf die Parteiführung der SP Olten. Sie trägt nun die volle Verantwortung, dass die SP bei den nächsten Wahlen ihre beiden Sitze halten kann.

Die neue Ausgangslage kann die Partei nur beflügeln, wenn der vom Lager Schafers angetriebene Flügel mitschwingt. Ist das nicht der Fall, droht ein Absturz. Auf jeden Fall ist der Verzicht auf Peter Schafer eine gewagte Strategie, zumal die FDP zum Angriff bläst.

 beat.nuetzi@azmedien.ch

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Beat Nützi

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