Leben

Wandervogel trotz sieben Bypässen

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Max Huber mit Inno

Max Huber mit Inno

«Inno läuft frei, Teil II» – Nach dem erfolgreichen Erstlingswerk erscheint dieser Tage der zweite Teil der Wanderungen von «Inno» und seinem Herrchen Max Huber.

Am 25. Januar 2011 beginnt das zweite Leben des Max Huber. «Nach dem Fussballtraining habe ich unter der Dusche in der Brust starke Schmerzen bekommen», erinnert sich der ehemalige, heute 65-jährige Betriebswirtschafter, der während 30 Jahren im Pensionskassengeschäft einer grossen Versicherungsgesellschaft tätig war.

«Die Schmerzen sind zwar nach ein paar Minuten wieder abgeklungen, doch auf der Heimfahrt ist mir vor den Augen plötzlich schwarz geworden und ich bin am Steuer zusammengebrochen.» Die nächsten Wochen kennt Max Huber nur aus 2. Hand. «Nach meinem Zusammenbruch hat mein Beifahrer geistesgegenwärtig das Auto am Strassenrand zum Stillstand gebracht und sofort mit Herzmassage begonnen.» Ein Arzt, der zwei, drei Minuten später am Unfallort vorbeigefahren sei, habe seinen Freund bis zum Eintreffen des Krankenautos bei der Ranimation unterstützt. Es folgten eine Notoperation, die Einsetzung von drei Stents, drei Wochen Koma und nach dem langsamen Erwachen aus der tiefen Bewusstlosigkeit rund vier Monate Reha, während denen er praktisch alles neu habe erlernen müssen, sagt Huber: «Von der Sprache, über Rechnen, den Gebrauch von Messer und Gabel bis hin zu Laufen und Gehen sowie anderen koordinativen Aufgaben.»

Rund 3/4 Jahre nach dem schweren Herzinfarkt sei er wieder ins Arbeitsleben eingestiegen und im Januar 2012 habe er wieder die Leitung der Abteilung übernommen, so Huber. Erst da sei ihm bewusst geworden, wie gross seine Defizite nach dem mehrminütigen Sauerstoffmangel seien und dass nichts mehr so sein werde wie früher. Trotzdem habe es noch einmal rund zwei Jahre gedauert, bis er sich im Januar 2014 im Alter von 59 Jahre frühzeitig habe pensionieren lassen.

Doch wie füllt ein aktiver Endfünfziger den lieben langen Tag, wenn er plötzlich radikal aus dem Berufsleben gerissen wird? Die ersten paar Monate habe er es einfach genossen, keine Verantwortung mehr tragen zu müssen, sagt Huber. Daneben habe er viel Sport getrieben, mit Freunden Bergwanderungen unternommen, sei viel gereist und habe die Erlebnisse regelmässig aufgeschrieben. «Zur grössten Passion wurden aber die Wanderungen mit meinem Golden Retriever «Inno», sagt der begeisterte Sportflieger. «Mindestens ein- bis zweimal pro Woche habe ich den Rucksack gepackt und mit «Inno» eine mehrstündige Wanderung unternommen» Mit der Zeit sei dann die Idee entstanden, diese Wanderungen mit anderen Hundefreunden zu teilen und ein Buch zu schreiben. Das es klassische Wandervorschläge allerdings bereits zu tausenden gebe, habe er sich entschieden, in seinem Buch dem Thema «Leinenzwang» einen besonderen Stellenwert zu schenken. Denn, so Huber: «Eine tiergerechte Hundehaltung setzt voraus, dass sich Hunde möglichst oft frei bewegen können.» Auf seinen Wanderrouten habe er deshalb minutiös die Zeit gestoppt, während der «Inno» nicht an der Leine habe laufen müssen.

Inno beim Baden

Inno beim Baden

Das Resultat dieser Recherche lässt sich sehen. Entstanden ist ein informatives, übersichtlich gestaltetes Wanderbuch, in dem 51 Wanderungen von mindestens zwei bis vier Stunden Wanderzeit sowie einer präzisen Zeitangabe der Hundeleinefreiheit beschrieben werden, ferner die genauen Routen, das Höhenprofil und die Verbindungen mit dem ÖV. Der grösste Teil der Wanderungen befindet sich im Zürcher Oberland. Für Wanderungen ausserhalb des Zürcher Oberlandes hat der Autor Destinationen gewählt, die – plus/minus – nicht weiter entfernt sind als eine Autostunde von seinem Wohnort Wetzikon. Nettes Detail am Rande: Auf ihren Wanderungen sind Hund und Herr oft in Gasthäusern eingekehrt, die – by the way – auch gleich unter die Lupe genommen wurden. Huber: «Ich möchte aber betonen, dass das Buch kein Gastroführer ist. Wir sind auf unseren Touren auch an Restaurants vorbeigekommen, die wir im Buch nicht erwähnt haben.»

Teich in Hinwil Rüti

Teich in Hinwil Rüti

Im April 2018 der nächste Schock. Während einer Wanderung im Kanton Schwyz fühlte sich Huber unerklärlich matt und schwach. Mit letzten Kräften erreichte der frischgebackene Buchautor das Spital in lachen. «Und dann ging es Schlag auf Schlag», erinnert er sich. «Mit dem Krankenauto ging es in rasendem Tempo ins Universitätsspital Zürich, wo mir – zu den bereits bestehenden 3 Stents – notfallmässig 4 weitere eingesetzt werden mussten.» Es folgten zwei Tage auf der Intensivstation, einige Tage auf der normalen Abteilung und drei Monate Rehabilitation. «Danach habe ich sofort an meinem zweiten Wanderbuch weitergearbeitet, das ich ursprünglich bereits Ende das letzten Jahres herausgeben wollte», sagt Huber. Entstanden ist – analog des Erstlingswerkes – eine Sammlung von wiederum 51 Wanderungen, zur Hauptsache in der Ostschweiz und im Zürcher Oberland, die durchschnittlich drei Stunden dauern.

Wildberg

Wildberg

So viel Enthusiasmus in Ehren, doch besteht nicht die Gefahr, dass der Buchautor enorm viel Zeit in seine Projekte investiert und am Schluss mit einem Haufen Schulden dasteht? Reich werde er mit den Büchern mit Garantie nicht, erklärt Huber, doch vom ersten Buch habe er bereits deutlich über 1000 Exemplare verkauft und damit habe er seine Fixkosten wieder eingespielt. Übrigens: Bald läuft «Inno» auch Richtung Aargau. Huber: «Die ersten 20 Wanderungen in meinem westlichen Nachbarkanton sind bereits absolviert und wenn alles klappt, erscheint dieses Buch – mit Schwerpunkt Aargau – im nächsten Jahr.

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