Hausbau

Die Krux mit den Bauschäden

Jeder, der baut, muss sich früher oder später mit dem leidigen Thema Bauschäden herumschlagen. Nicht immer ist klar, wer wie und wann für den Schaden aufkommt.

Beim Bauen kann einiges schiefgehen. Wer sich in seinem Freundes­ und Be­kanntenkreis umhört, erfährt Geschichten von Kratzern an Fenstern und Türen, vertauschten Warm­/Kalt­Knaufen, falsch ge­bohrten Löchern in Wänden und Decken oder von Wasser, das beim Umbau des Dachgeschosses eindringt. Die Liste, was beim Bauen schieflaufen kann, scheint unendlich zu sein, der Ärger, der damit einhergeht, kann mitunter lange währen.

Bauabnahme gut vorbereiten

Die meisten Mängel betreffen dabei die Wasserdichtigkeit der Gebäudehülle. Oft gehen diese auf Ausführungsmängel und Pla­nungsfehler zurück. Der Bauherr muss also von Anfang an ein Augenmerk auf Verarbeitung und Durchführung haben. Dies setzt Präsenz voraus. Die Bauabnahme ist daher das wichtigste Projekt für den Bauauftraggeber und sollte gut geplant werden. Das Haus muss vom Keller bis zum Dach auf Schä­den geprüft und allfällige Mängel müssen gerügt werden. Prinzipiell haftet der Unternehmer für ent­standene Mängel. Werden diese bei der Bauabnahme nicht vorgebracht, gilt das Bauwerk auch mit Mangel als genehmigt – und man verliert den Garantieanspruch. Hier hilft es, zusätzlich einen Bauherrenberater hinzuzuziehen, der eine unabhängige Einschätzung vornimmt. Das kann Zeit und Nerven sparen. Allerdings kann sich der Unternehmer querstellen und sich beispielsweise weigern, eine Verbesserung vorzunehmen. Dann hat der Bauherr das Recht, einen Drittunternehmer zu beauftragen, der die Verbesserung auf Kosten des Unternehmers vornimmt. Der Bauherr kann aber auch eine Minderung des Werklohns verlangen und unter gewissen Voraussetzungen aus dem Vertrag zurücktreten.

Garantie- und Rügefristen

Ab dem Tag der Bauabnahme gilt eine zweijährige Rügefrist. Denn einige Mängel wie beispielsweise Rissbildungen oder Veränderungen in der Baukonstruktion entstehen erst nach der Bauabnahme. Dann müssen Architekt oder Generalunternehmer die entstandenen Mängel aufnehmen. Weitere Mängel, die wiederum nach Ablauf der zweijährigen Rügefrist auftreten, müssen umgehend und vor dem Ablauf der fünfjährigen Garantiefrist gemeldet werden. Per Einschreiben an alle am Mangel beteiligten oder im Zusammenhang stehenden Planer und Unternehmen. «Umgehend» bedeutet in der Regel innerhalb von einer Woche. Bei arglistiger Täuschung erhöht sich diese Garantiefrist auf zehn Jahre. Wer sich gegen zusätzliche Risiken wie Vandalismus, Verlust von Sachen usw. absichern möchte, könnte mit einer Bauversicherung gut beraten sein.

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