Die Oltner mussten auf so ziemlich alles gefasst sein zum Playoff-Auftakt gegen den EHC Visp. Auf einen Gegner, welcher mit Rückenwind in die Viertelfinalserie steigen würde, nach steigender Form in den letzten Quali-Spielen. Auf eine Mannschaft auch, welche aus den letzten Playoffs und dem peniblen 0:4 gegen denselben Gegner noch eine Rechnung offen hatte und zudem mit Scott Beattie an der Bande zurück ins Kleinholz kehrte. Jenem Scott Beattie, von dem man sich im Wallis gegen seinen Ex-Verein doch so einiges erhofft.
Was die Mannen des früheren EHCO-Coachs dann aber ablieferten, war eine einzige Enttäuschung.

Alle Highlights vom Playoff-Viertelfinal-Spiel 1 EHC Olten vs. EHC Visp 16.02.2016

Die Highlights vom Spiel

Angefangen bei der Paradelinie der Visper mit Topscorer Schmutz und den beiden Kanadiern Rapuzzi und Locke. Viel wurde im Vorfeld von den dreien gesprochen, gestern hingegen wurden sie ihren Vorschusslorbeeren in keiner Weise gerecht. Die beiden Ausländer standen, kaum geht es in der NLB um die Wurst, so ziemlich neben den Schuhen. Und Schmutz setzte zwar als praktisch einziger Visper auch einmal physische Akzente, übertrieb es aber zuweilen und lud den Gegner mit seinem Doppelausschluss gegen Ende des mittleren Abschnitts quasi zur frühen Vorentscheidung ein.

Erstarkt auf allen Ebenen

Dass es die Gastgeber in dieser Phase versäumten, den Gästen den endgültigen K.o.-Schlag zu versetzen, war weiter nicht schlimm. Schliesslich führte man zu diesem Zeitpunkt bereits mit 4:1, zudem hatte man von Anfang an klar gemacht, dass man bereit war für den EHC Visp. Dieser fand lange überhaupt nicht ins Spiel, und wusste sich bis weit ins erste Drittel nur mittels Befreiungsschlägen zu helfen. Anders die Oltner. Bestechend sicher im Spiel aus der eigenen Zone, mit viel Variation und überraschenden Momenten im Angriff. Kurz: Was in all den Runden zuvor noch nicht ganz nach Wunsch geklappt hatte, lief plötzlich wie am Schnürchen – inklusive Powerplay übrigens.

So gab es trotz der verpassten vierminütigen Überzahl nach zwei Dritteln keinen Zweifel mehr über den Ausgang dieser ersten Viertelfinalpartie. Was den Wallisern am meisten zu denken geben muss: Der EHCO kam ein wenig gar einfach zur 1:0-Führung in dieser Serie. Beinahe jede Körpertäuschung gelang, zudem holten die Powermäuse mit sechs teilweise herrlich herausgespielten Treffern viel Selbstvertrauen. Zum Beispiel mit jenem von Cyrille Scherwey in der 34. Minute, eingeläutet durch eine Drehung um die eigene Achse, vollendet im Nachschuss. «Solche Sachen mache ich sonst nur im Training», gestand der glückliche Torschütze später. Dass er das ausgerechnet in einem Playoff-Spiel ausprobierte, sagt eigentlich alles über den Auftritt der Visper.

Nur ein erster Schritt

Logisch, dass nach den ersten 60 Minuten dieser Serie nur zufriedene Oltner auszumachen waren. Aber auch vorsichtige: «Es ist egal, ob wir nun 6:1 gewinnen, oder 2:1», relativierte Scherwey den überzeugenden Auftritt seines Teams. «Wir haben nur dieses eine Spiel gewonnen – wenngleich das deutliche Verdikt tatsächlich viel Selbstvertrauen für den weiteren Verlauf der Serie bedeutet.» Ins gleiche Horn blies derweil Heikki Leime: «Wir haben mutig gespielt, versucht, das Spiel zu machen und Chancen zu kreieren. All das ist uns gelungen, ich bin wirklich zufrieden mit der Leistung meines Teams.»

Lesen Sie hier den Liveticker vom Spiel nach:

EHC Olten - EHC Visp