Whistleblower
Whistleblower melden beim Bund deutlich mehr Verdachtsfälle

Korruption, Vetternwirtschaft, Ungerechtigkeiten: 2012 erreichten den Bund 86 Verdachtsmeldungen. Die meisten davon den Bund via Mail. Im vergleichzum Vorjahr steigt die Zahl der Fälle damit markant an.

Alan Cassidy
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Der Fall von Rudolf Elmer: Er wurde Beschuldigt 2004 bis 2007 Medien und Steuerbehörden vertrauliche Kundendaten der Baer Filiale zugespielt zu haben.

Der Fall von Rudolf Elmer: Er wurde Beschuldigt 2004 bis 2007 Medien und Steuerbehörden vertrauliche Kundendaten der Baer Filiale zugespielt zu haben.

Keystone

Den Bund haben 2012 deutlich mehr Hinweise von Whistleblowern erreicht, die auf Missstände wie Korruption aufmerksam machten. Die Zahl der Verdachtsmeldungen stieg von rund 50 im Jahr 2011 auf 86 Meldungen, wie aus dem Jahresbericht der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK) hervorgeht.

Unter anderem erhielt die EFK von einer Privatperson die Meldung, dass eine öffentlich-rechtliche Körperschaft «regelmässig und ausschliesslich» IT-Aufträge an eine bestimmte Firma erteile. Ein weiterer Hinweis betraf die steuerliche Vorzugsbehandlung für eine «grosse Holding». Gemäss EFK müsse davon ausgegangen werden, dass es bei der Abrechnung der Ertrags- wie auch der Verrechnungssteuern zu «Unregelmässigkeiten» gekommen sei. Der Fall liegt nun bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung, die eine Untersuchung gestartet hat.

Der Direktor der EFK , Kurt Grüter, erklärt sich die starke Zunahme von Verdachtsmeldungen auch mit dem Skandal um das gescheiterte IT-Projekt Insieme. Der Direktor der Steuerverwaltung musste im Juni 2012 zurücktreten, nachdem massive Verfehlungen bei der Beschaffung publik geworden waren. «Solche Fälle werfen hohe Wellen in der Öffentlichkeit und ziehen weitere Meldungen nach sich», sagt Grüter.

Die meisten Verdachtsfälle erreichten die EFK per E-Mail. Wie Grüter bestätigt, erlässt nun die EFK in den nächsten Wochen einen erneuten Aufruf an die Bundesangestellten mit dem Hinweis, Missstände zu melden.

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