Die erste Demonstration fand am Samstagabend gegen 21.30 Uhr statt, als sich ungefähr 150 Kurden aufgrund von aktuellen Ereignissen in Nordsyrien spontan auf der Rathausbrücke besammelten. Der unbewilligte Demonstrationszug zog via Limmatquai, Bellevue und Rämistrasse vor das russische Honorarkonsulat an der Oberdorfstrasse, wie die Stadtpolizei am Montag mitteilte.

Nach einigen Reden marschierten die Kurden weiter bis vor das Türkische Generalkonsulat und zogen dann via Weinbergstrasse in den Hauptbahnhof, wo die Demo kurz nach Mitternacht beendet wurde. Sachbeschädigungen gab es keine, wie es weiter heisst.

Die Demonstranten kündigten jedoch aufgrund der massiven Angriffe der türkischen Armee auf Syrien weitere Kundgebungen an. So besammelten sich am Sonntag gegen 15 Uhr rund 2500 Kurden auf dem Helvetiaplatz zu einer zweiten Demonstration.

Ihre Umzugsroute führte diesmal via Stauffacherstrasse, Sihlporte, Limmatquai auf die Stadthausanlage und wieder zurück auf den Helvetiaplatz. Am Limmatquai gab es laut Stadtpolizei einen Sitzstreik und entlang der Route wurden Knallkörper sowie Pyros gezündet. Diese Kundgebung endete kurz nach 18 Uhr.

Tramverkehr absichtlich blockiert

Danach zogen rund 30 Personen weiter zum Türkischen Generalkonsulat an der Weinbergstrasse. Dort wurden sie von der Stadtpolizei abgemahnt und marschierten in Richtung Hauptbahnhof los. Beim Stampfenbachplatz führten sie eine Tramblockade und einen Sitzstreik durch. Schliesslich stoppte die Polizei die Nachdemo auf Höhe der Walchebrücke und mahnte die Teilnehmer ein zweites Mal ab.

Als die Demonstranten erneut mit einer Tramblockade begangen, bildete die Polizei einen Kessel, wie es weiter heisst. Dabei wurden einige Polizisten tätlich angegangen. Die Polizei nahm daher 10 Demonstranten vorübergehend fest: 3 davon müssen sich wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte vor der Staatsanwaltschaft verantworten. 6 weitere werden wegen Hinderung einer Amtshandlung verzeigt. Meldungen über Sachbeschädigungen oder Verletzte lägen keine vor.