Oftringen
Polizei findet mehrere Dutzend tote Tiere auf Weide: «Teilweise bereits verwest» – Tierhalter festgenommen

Ein 57-jähriger Schweizer aus Oftringen wurde aufgrund seiner miserablen Tierhaltung nach Rücksprache mit der zuständigen Staatsanwaltschaft vorläufig festgenommen.

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Die noch lebenden Tiere wurden laut einer Medienmitteilung der Kantonspolizei Aargau vom Mittwoch sichergestellt. Ein Strafverfahren wurde eröffnet.

Am Dienstag hat eine Patrouille der Kantonspolizei Aargau, während einer Patrouillenfahrt, ein totes Schaf auf einer Weide in Oftringen entdeckt. Daraufhin haben die Polizisten eine nähere Kontrolle vorgenommen und dabei festgestellt, dass die Tiere unter miserablen Zuständen gehalten werden.

Alle vorgefundenen Tiere waren bereits tot und verwest oder in einem miserablen Zustand.
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Der Tierhalter wurde festgenommen. Verdacht: Tierquälerei. Alle vorgefundenen Tiere waren bereits tot und verwest oder in einem miserablen Zustand.
Der Hof in Oftringen. Der Bauer wurde festgenommen.
Bereits im letzten Dezember lag ein totes Lamm tagelang auf der Weide.
Bereits im letzten Dezember lag ein totes Lamm tagelang auf der Weide.

Alle vorgefundenen Tiere waren bereits tot und verwest oder in einem miserablen Zustand.

zvg

Die Patrouille hat mehrere Dutzend tote Tiere vorgefunden, wie Mediensprecherin Aline Rey auf Anfrage sagt. Offenbar lagen die leblosen Körper länger auf dem Grundstück des Mannes herum. «Die Tiere waren teilweise bereits verwest», so Rey. Das Veterinäramt und die zuständige Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm wurden daraufhin verständigt. Der 57-jährige Schweizer Halter wurde vorläufig festgenommen.

Aktuell befindet er sich laut Fiona Strebel, Mediensprecherin der Aargauer Staatsanwaltschaft, weiterhin in Haft und soll im Verlaufe des Nachmittags befragt werden. Nähere Informationen könne die Staatsanwaltschaft erst am Donnerstag bekannt geben.

Die noch lebenden, teilweise sich in sehr schlechtem Zustand befindlichen Tiere, darunter 16 Schafe, vier Ziegen und 35 Hühner, wurden gerettet und an einem anderen Ort untergebracht. Beim Mann handelt es sich nicht um einen Bauern, sondern um eine Privatperson, die laut Mediensprecherin Rey im Besitz von Landwirtschaftsland ist.

Weshalb es soweit kommen konnte, wird nun durch die Kantonspolizei Aargau abgeklärt.

Totes Lamm auf der Weide

Bereits im letzten Dezember berichtete «Tele M1» über ein totes Lamm, das laut Anwohnern tagelang auf der Weide gelegen hatte:

Und es sei kein Einzelfall gewesen. Zwei Nachbarinnen erzählten von unhaltbaren Zuständen: Hinkende Schafe, Tiere, die auf dem Misthaufen nach Nahrung suchen. Der Fall war so weder der Polizei noch dem Tierschutz bekannt.

Ein totes Schaf auf der Weide? Das ist nicht grundsätzlich strafbar, wie Sebastian Menzel, Leiter Tierschutz Nutztier damals erklärte. Allerdings müsse der Bauer den Kadaver entsorgen. Den Behörden war der Mann aber bekannt, wie sie damals gegenüber TeleM1 erklärten. Die Nachbarn sprachen von Anzeigen und Bussen.

Nun also, zwei Monate später, die Festnahme des Tierhalters. (dgo/jk/sam)