Früherer Polizeichef war bereits zweimal aktenkundig
Früherer Polizeichef war bereits zweimal aktenkundig

Stadtammann Hans-Ruedi Hottiger übernimmt vorübergehend die politische Führung der Regionalpolizei. Gegen deren früheren Chef, Mathias P. Müller, ist das Untersuchungsverfahren nun abgeschlossen. Darin wurde aufgedeckt, dass er bereits 2007 im Kanton Zürich wegen Betäubungsmitteldelikten aktenkundig geworden ist.

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Pressedienst

Nach dem sofortigen Rücktritt von Stadtrat Herbert H. Scholl sind dessen Aufgaben nun neu verteilt worden. Laut Stadtkanzlei der Stadt Zofingen übernimmt der bisherige Stellvertreter des Ressortchefs Sicherheit und Gewerbe, Stadtammann Hans-Ruedi Hottiger, interimistisch die politische Führung der Regionalpolizei. «Oberste Priorität hat die Stabilisierung des Teams», sagt Hottiger. «Wir versuchen, den Mitarbeitern Selbstvertrauen zu vermitteln und ihnen Perspektiven aufzuzeigen».

Auf der Prioritätenliste steht ausserdem die rasche Neubesetzung des Chefpostens bei der Zofinger Regionalpolizei. «Bis Ende September möchten wir die Stelle besetzt haben», erklärt Hottiger. Der Stadtrat will jedoch Lehren aus der Vergangenheit ziehen und das Auswahlverfahren unter die Lupe nehmen.

Ergänzungswahl erfolgt im November

Die zum Ressort Sicherheit gehörenden Aufgaben Feuerwehr, Zivilschutz und Militär fallen vorübergehend dem Stadtrat Jürg Bachmann und dem regionalen Führungsorgan (RFO) von Stadträtin Therese Müller zu. Für den vakanten Stadtratssitz erfolgt eine Ergänzungswahl. Diese soll zusammen mit der Wahl von Stadtammann und Vizeammann am 29. November 2009 stattfinden.

Polizeichef ist fristlos entlassen

Am 10. August, einen Tag nach dem Stadtrats-Wahltermin, wurde gegen den Chef der Regionalpolizei Zofingen, Mathias P. Müller, eine Strafuntersuchung wegen Betäubungsmittelvergehen eingeleitet. Nachdem sich der Verdacht gegen den Polizeichef erhärtet hat, ist das Dienstverhältnis sofort aufgelöst worden. An der Sitzung von Morgen Mittwoch wird der Stadtrat deshalb die interimistische Führung der Regionalpolizei Zofingen regeln und Ende Woche kommunizieren.

Im Bezirksamt Lenzburg ist das Untersuchungsverfahren gegen Mathias P. Müller abgeschlossen worden. Der ehemalige Polizeichef hat laut Angaben der Aargauer Kantonspolizei gestanden, dass er seit rund fünf Jahren Methamphetamin (Crystal) konsumiert habe. Anfänglich importierte er den Stoff für den Eigengebrauch und den gelegentlichen Konsum mit anderen.

Vom Konsument zum Dealer

Ab anfangs 2007 steigerten sich die importierten Mengen von Mal zu Mal, bis zum letzten Import von anfangs Juli 2009. Insgesamt konnte ihm der Nachweis erbracht werden, dass er ab dem Jahr 2005 bis Juli 2009 eine grössere Menge Crystal erwarb und importierte. Davon hat er rund einen Drittel an andere Konsumenten, vor allem an den ehemaligen Regionalpolizisten aus Lenzburg, in Kleinmengen zum Selbstkostenpreis weiter verkauft. Bei den verschiedenen Bezügen hat Mathias P. Müller auch noch eine kleinere Menge Ecstasy-Tabletten ebenfalls für den Eigenkonsum importiert. Ein Teil davon konnte sichergestellt werden.

Mathias P. Müller ist in den Jahren 2006 und 2007 bei der Kantonspolizei Zürich wegen Betäubungsmitteldelikten zweimal aktenkundig geworden. Es steht auch fest, dass er bis zu seiner Anstellung in Zofingen im Juli 2008 im Kanton Aargau nie Wohnsitz hatte. Vor seiner Polizeianstellung arbeitete er in einer Zürcher Privatfirma als Informatikingenieur. In dieser Eigenschaft wurde er durch diese Firma bei fedpol als Berater für verschiedene Polizeisysteme des Bundes eingesetzt. (pd/fhe)

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