Morddrohung

AC/DC-Schlagzeuger Rudd muss acht Monate Hausarrest absitzen

Rauchender Phil Rudd: Der AC/DC-Schlagzeuger vor der Gerichtsverhandlung in Tauranga in Neuseeland. Das Gericht verurteilte Rudd zu acht Monaten Hausarrest.

Rauchender Phil Rudd: Der AC/DC-Schlagzeuger vor der Gerichtsverhandlung in Tauranga in Neuseeland. Das Gericht verurteilte Rudd zu acht Monaten Hausarrest.

Ein Gericht in Neuseeland hat den langjährigen AC/DC-Schlagzeuger Phil Rudd zu acht Monaten Hausarrest verurteilt. Der 61-jährige Musiker der Hardrockband war wegen einer Morddrohung und Drogenbesitzes angeklagt.

Der Richter begründete den Verzicht auf eine Haftstrafe damit, dass Rudd sich zuvor wenig zu schulden kommen lassen habe. Der Musiker werde während des Hausarrestes streng überwacht und sofort im Gefängnis landen, wenn er Drogen nehme, warnte er. "Ich garantiere eiskalt, dass Sie dort landen werden."

Rudd war in einer Luxuslimousine mit Chauffeur vor dem Gericht vorgefahren. Er wurde von Angehörigen und Freunden begleitet. Der für seine Eskapaden bekannte Musiker trug weisses Hemd, dunkles Jackett und Jeans und dankte bei seiner Ankunft seinen Fans kurz für ihre "fantastische" Unterstützung, bevor er in den Gerichtssaal ging. Nach dem Urteilsspruch pöbelte er einen Reporter an.

Rudd hatten bis zu sieben Jahre Haft gedroht, daher sah er sich offenbar zu dem Schuldeingeständnis gezwungen. Er gab im April vor Gericht sowohl die Todesdrohung als auch den Drogenkonsum zu. Die Anklage forderte schliesslich 18 Monate Gefängnis, wohingegen die Verteidigung für einen Freispruch plädierte.

Zukunft mit AC/DC nur bei gutem Benehmen möglich

Rudd soll im vergangenen Jahr in einem Telefonanruf einen früheren Mitarbeiter mit dem Tod bedroht haben. Einem früheren Geschäftspartner soll er 200'000 neuseeländische Dollar, ein Motorrad, eines seiner Autos oder ein Haus angeboten haben, wenn er den Mitarbeiter "entfernt".

Rudd wurde festgenommen, in seinem Haus im neuseeländischen Tauranga wurden knapp ein halbes Gramm Metamphetamin und 91 Gramm Cannabis gefunden. Den zunächst erhobenen Vorwurf der versuchten Anstiftung zum Mord zog die Staatsanwaltschaft aus Mangel an Beweisen zurück.

Der Anwalt des Musikers hatte vor Gericht unter anderem argumentiert, dass sein Mandant bei einer Verurteilung mehrere Millionen Dollar Einnahmeverlust haben werde. Gleichzeitig betont er, Rudd müsse sein Leben grundlegend ändern, wenn er eine Zukunft mit der Band haben wolle.

Der aus Australien stammende Rudd gilt als ebenso geniales wie schwieriges Mitglied von AC/DC. Unter anderem wegen Drogeneskapaden überwarf er sich Anfang der 80er Jahre mit Bandgründer Malcolm Young. Im Jahr 1983 stieg Rudd aus der Band aus, elf Jahre später kehrte er wieder zu AC/DC zurück. Wegen des Prozesses springt mittlerweile aber immer wieder Chris Slade, AC/DC-Drummer in den 90er Jahren, für Rudd ein.

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