Witiboden stabiler als erwartet

Der neue Autobahnanschluss, gemeinhin als «Knochen» bekannt, nimmt Formen an. Trotz dem harten Winter, der auch die Bauarbeiten beeinträchtigte, soll das Vorhaben wie geplant im Oktober abgeschlossen sein.

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Witiboden stabiler als erwartet

Witiboden stabiler als erwartet

Solothurner Zeitung

Andreas Kaufmann

Weither sichtbar ragen Baukräne über dem Autobahnanschluss auf und zeugen von der Grösse des Vorhabens. Wo sich zu Strassenlärm und Vogelzwitschern auch noch der Baulärm gesellt, verlegen Bauarbeiter Betonarmierungen und schaffen Baumaterial herbei. Und selbst für das ungeübte Auge erschliesst sich schon ein erster Eindruck, wie es hier im Herbst aussehen wird. Wenige Meter nebendran einer der Gründe für den Bau: Hier reihen sich Sattelschlepper hinter Autotransporter, PWs hinter Tankwagen und verstopfen die Ausfahrtsspur. Minutenlang warten sie oft vergeblich auf eine Möglichkeit, sich im Verkehrsstrom der Hauptstrasse einzureihen.

Abschluss im Zeitplan

Damit nicht genug: Mit zahlreichen teilweise schweren Unfällen stand der Grenchner Autobahnanschluss seit der Eröffnung der A5 im Jahr 2002 in den Schlagzeilen. Als notwendige Lösung wurde der bereits als «Knochen» bekannte Doppelkreisel erdacht, der sich zurzeit im Bau befindet. Bauherrin ist das Bundesamt für Strassen Astra, nachdem die Verantwortung des 6,3-Millionen-Bauprojekts vom Kanton auf den Bund übertragen wurde. Die planmässige Neueröffnung des Autobahnanschlusses im Oktober dieses Jahres kann eingehalten werden, ist Projektleiter Manfred Misteli von der Astra-Filiale Zofingen zum heutigen Zeitpunkt überzeugt. Dies, obwohl der überdurchschnittlich harte Winter erschwerend auf den Bau gewirkt hat: «Es hat generell Verzögerungen durch die ausserordentlichen Temperaturen gegeben», so Misteli.

Kreiselbau ab Anfang Mai

Aktuell sind die Stützmauern im Bereich der beiden Einfahrten und der Ausfahrt Richtung Biel fertig betoniert und müssen lediglich noch ausgeschalt werden. Die Stützmauern dienen dazu, mehr Platz für die Kreisel zu schaffen. Abgeschlossen sind auch die Arbeiten zur Verlängerung der Wilddurchgänge um fünf Meter, die ebenfalls wegen der Kreisel nötig wurden.

Bedenken, wonach sich der Witiboden aufgrund der Betonlast senken könnte, konnten unterdessen zerstreut werden, wie Misteli betont: «Die Fundation mittels Mikropfählen ist fertiggestellt. Der Witiboden hat sich nicht im erwarteten Ausmass abgesenkt.» Die Überbrückungsplatte über den östlich gelegenen Aarmattenkanal sowie der Bau des Kreisels selbst sind die nächsten grösseren Etappen des «Knochen»-Baus; Zweitere wird Anfang Mai in Angriff genommen.

Schliessungen möglichst kurz halten

Vor allem für Autofahrer fallen die Teil- und Vollschliessungen ins Gewicht. Die Aus- und Einfahrten Richtung Biel und Solothurn werden gestaffelt während je zwei Wochen gesperrt. Dagegen wird sich die Vollsperrung der Archstrasse nur über ein Septemberwochenende erstrecken: «Die Schliessungen werden nochmals optimiert und frühzeitig kommuniziert werden», versichert Manfred Misteli. Besonders Lengnau bekommt dann die Last des Mehrverkehrs zu spüren. Zudem wird der Schwerverkehr bereits in Biel Ost und Solothurn West auf die Autobahn geschleust, da er die Gewichtslimiten der Lengnauer SBB-Brücke und der Bürener Holzbrücke überschreitet. Bislang seien beim Astra keine Anfragen oder Beschwerden zu den Schliessungen eingegangen.

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