Die dritte Dimension ist da

Rechtzeitig zum Start des Fantasyfilmes «Alice im Wunderland» von Tim Burton wurde der grosse Saal im «Canva» für die digitale 3D-Projektion aufgerüstet. Somit besitzt nun auch Solothurn einen Kinosaal mit der allerneuesten Technik.

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Die dritte Dimension ist da

Die dritte Dimension ist da

Solothurner Zeitung

Helmuth Zipperlern

Seit Jahren streben die grossen Produktionsfirmen in Hollywood die Umstellung auf digitale Projektionen an. Doch Filme, die als digitale Werke vorangekündigt wurden, kamen letztlich doch zweidimensional und im üblichen 35-mm-Format in die Säle. Die Skepsis der Kinobranche war gross, haben sich dreidimensionale Filme, damals Vistavision geheissen, in den 50er-Jahren nicht durchsetzen können und auch das Sensur-roundverfahren in den 70er-Jahren blieb Episode. Warum sollte gerade jetzt 3D erfolgreicher sein? Die positive Antwort lieferte James Cameron mit «Avatar». Der Fantasyfilm startete am 17. Dezember und entwickelte sich innert kürzester Zeit zum Kassenschlager. Cameron hat den Film jahrelang vorbereitet und alle technischen Möglichkeiten der dreidimensionalen Digitaltechnik ausgenutzt. Das hat dazu geführt, dass sowohl Kinos in die neue Projektionstechnik investieren und Produzenten bereits abgedrehte Werke nochmals technisch überarbeiten.

Nachfrage auch in Solothurn

«Während der ersten drei Wochen ist ‹Avatar› bei uns zweidimensional recht gut gelaufen. Doch dann fragten die Leute immer häufiger, ob es eine 3D-Projektion sei und haben sich dann oft für einen Besuch andernorts entschieden», sagt Ronny Frey vom Kino Canva. Dieser Umstand wurde durch die gesamtschweizerische Besucherstatistik erhärtet. Um konkurrenzfähig zu bleiben, entschloss sich die Besitzerfamilie Frey, die notwendigen 150000 bis 200000 Franken in die neue Projektion zu investieren. Anlässlich der Filmtage konnten mit der Lieferfirma Gespräche geführt und eine möglichst schnelle Installation ausgehandelt werden. Denn weil viele Kinos jetzt nachrüsten wollen, besteht eine lange Warteliste.

Da vermehrt Filme in 3D in den Verleih kommen, werden wohl nur noch wenige Werke im «Canva» zweidimensional vorgeführt werden, obwohl der gleiche Beamer dafür gebraucht werden kann, und was vor wenigen Jahren noch Utopie war, zeichnet sich nun als Tatsache ab: Filmrollen dürften bald der Vergangenheit angehören. Durch die digitale Projektion besteht allerdings die Gefahr, dass die Auswertungszeit der Filme in den Kinos noch kürzer wird, weil die Harddisk von Blockbustern in mehr Säle als bisher geliefert werden kann. Allerdings könnte auch der «arme» Schweizer Film von diesem billigeren Vertrieb profitieren.

Bei den für 3D-Filme notwendigen Brillen setzt das «Canva» auf Qualität. 66 Franken kostet eine der Brillen, diese werden beim Saaleingang ausgegeben und am Schluss der Vorstellung wieder eingezogen. «Das gibt uns Gelegenheit, dem Publikum eine gute Nacht zu wünschen und fördert so den Kontakt», meint Ronny Frey. «Ich hoffe nur, es kommen keine wirklich schlechten Filme in 3D.» Jetzt kann natürlich auch «Avatar» in 3D gezeigt werden, was etliche Leute veranlasst, sich den Film nochmals anzusehen.

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