Aus für das Gallihof-Projekt

Das Bauvorhaben «Wohn- und Geschäftshaus Gallihof» in Oensingen ist gescheitert. Nutzungsauflagen und gedämpfte Renditeerwartungen haben offenbar zum Ausstieg geführt. Neuer Grundeigentümer ist nun Christian Lanz, Inhaber des gegenüberliegenden Tea Rooms Knaus mit Bäckerei-Konditorei.

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Aus für das Gallihof-Projekt

Aus für das Gallihof-Projekt

Solothurner Zeitung

ARMAND RINDLISBACHER

Mit dem Projekt Gallihof hätte die seit September 1998 klaffende Lücke im Ortsbild des Oensinger Unterdorfes zwischen Kestenholzstrasse und Hauptstrasse geschlossen werden sollen. In dieser Absicht erwarb die Einwohnergemeinde im Januar 2000 das brachliegende, strategisch interessante Grundstück, nachdem der einst stolze Bauernhof aus den Anfängen des 19. Jahrhunderts abgebrochen worden war.

Rahmenbedingungen geschaffen

Aufgrund der speziellen und exponierten Lage liess die Gemeinde einen Gestaltungs- und Erschliessungsplan ausarbeiten. Sie wollte damit für potenzielle Investoren die Rahmenbedingungen für eine neue Nutzung aufzeigen und die Grundlage für eine rasche und gut ins Orts- und Strassenbild passende Ersatzüberbauung schaffen. Als sich dann eine Investorengruppe mit der Reinhold Dörfliger AG, Egerkingen, Santherm AG, Olten, BN BauNet Holding AG, Kappel, und Hanspeter Studer, Hägendorf, fand, die das Grundstück im Februar 2004 käuflich übernahm, konnten erstmals konkrete Bauabsichten in die Planung einfliessen.

So entstand das Projekt Wohn- und Geschäftshaus Gallihof. Es bestand aus drei Baufeldern, nämlich aus einem dreigeschossigen Hauptbau, einem zweigeschossigen in Glas und Metall gestalteten Kopfbau sowie einem modern ausgerichteten dreigeschossigen Baukörper.

Nachteil für die Vermietung

Der Regierungsrat genehmigte den Gestaltungs- und Erschliessungsplan im November 2004, allerdings mit Auflagen, die beim Baubewilligungsverfahren noch zu erfüllen wären. Seither hätte gebaut werden können. Doch der im Überbauungsplan zu hoch festgelegte Anteil an Geschäfts- und Büroräumen erwies sich als Nachteil für eine Vermietung. Zudem wären entlang der Haupt- und Kestenholzstrasse für die Wohnnutzung Lärmschutzmassnahmen nötig gewesen. Das Vorhaben war renditemässig nicht mehr interessant und fand auf dem Markt nicht das erhoffte Echo, wie Architekt Hanspeter Studer den langen Stillstand begründet.

Vom Kauf überrascht worden

Seit einigen Tagen ist klar: Das Bauvorhaben Wohn- und Geschäftshaus Gallihof, dem wegen seiner exponierten Lage im Ortsbild ein besonderer Stellenwert hätte zukommen sollen, wird nicht realisiert. Die Investorengruppe hat sich von der Bauparzelle getrennt und damit alle Hoffnungen auf eine baldige Aufwertung dieses Ortsteils zerstreut. Neuer Besitzer dieses Grundstücks ist nun Christian Lanz, Inhaber der gegenüberliegenden Café Knaus AG. Für sein Tea Room mit Bäckerei-Konditorei sei dieses Areal überlebenswichtig, erklärt der neue Besitzer den unerwarteten Kauf, um dann etwas wehmütig fortzufahren: «Eigentlich war ich schon länger am Areal interessiert, doch kam man seitens der Gemeinde nie auf mich zu, und so wurde ich vor sechs Jahren vom Verkauf an die auswärtige Investorengruppe überrascht.»

Meilenstein für Planung

Für Lanz war es nun «fünf vor zwölf», zugleich aber auch ein Glücksfall, dieses Nachbargrundstück doch noch erwerben zu können. Zum einen sieht er sich, mit Blick auf die von der Gemeinde geplante Parkplatzbewirtschaftung, gezwungen, zusätzliche eigene Parkflächen zu schaffen. Denn schon heute durfte die Kundschaft wenn nötig auf das nun dazugekaufte Areal ausweichen. Zum anderen geht es Christian Lanz aber auch um die Zukunftsplanung und Weiterentwicklung des Betriebes mit seinen beiden Söhnen, wo auch gewisse Expansionsgelüste Platz haben müssen.

Was Lanz konkret und zu welchem Zeitpunkt auf dem Gallihof-Land realisieren will, steht noch nicht fest. Vorerst will er mit den Gemeindebehörden sprechen mit dem primären Ziel, dass der geltende, aber nicht mehr aktuelle Überbauungsplan Wohn- und Geschäftshaus Gallihof hinterfragt und eine neue Ausgangslage für die Nachfolgenutzung geschaffen wird.

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