«Nicht schon wieder» dürften sich die Wiler-Fans beim Gastspiel bei Alligator Malans gedacht haben, als noch vor Ablauf der Startminute der Ball hinter dem in der Folge souverän aufspielenden Martin Menetrey im Tor landete. Nach dem 0:3-Startdebakel im letzten Spiel gegen Uster drohte erneut ein Fehlstart.

Doch dieser frühe Gegentreffer war nicht Gift, sondern vielmehr Ansporn für den SVWE. Die Berger-Truppe wirkte aggressiv und zielstrebig wie lange nicht, der Ball lief gut und fast unentwegt in den Reihen der Gäste. Was man ihnen vorwerfen konnte, war die ungenügende Chancenauswertung, wobei für einmal ausgerechnet Topskorer Känzig sündigte. Mehr als ein Lattenschuss schaute für den wieselflinken Flügel trotz mehrerer Topchancen nicht heraus. «Dann spiele ich halt mal den letzten Pass» , schien sich Känzig zu denken und legte dann immerhin auf für Marco Rentsch, der noch vor der Drittelspause den lange verdienten Ausgleich erzielte.

Vier Tore in elf Minuten

Im Mitteldrittel änderte sich wenig am Geschehen, Wilers Ballbesitz war enorm und Malans kam nur vereinzelt zu Gegenstössen. Eines änderte sich jedoch: die Effizienz beim Serienmeister. Hintereinander trafen Nico Mutter, wieder Rentsch und dann auch noch die Routiniers Matthias Hofbauer und Tatu Väänänen zur 5:1-Führung kurz nach Spielmitte. Und: Topskorer Känzig traf zwar immer noch nicht, doch standen zwei weitere Assist zu Buche und auch die Strafe, die zum vierten Tor führte , hatte er herausgeholt. Damit zeigte der im letzten Moment aus dem WM-Kader gestrichene 21-Jährige eine tolle Reaktion auf die Nichtnomination.

Und auch die Reaktion des ganzen Teams auf die durchwachsenen Leistungen der letzten Wochen war beeindruckend. In der Defensive sehr kompakt, offensiv mit guter Technik und schnörkelloser als auch schon. Zweifellos zeigte der SVWE eine seiner besten Saisonleistungen.

Malans hatte nicht den Hauch einer Chance, selten kamen die Berner in diesem Duell der Erzrivalen zu so einem ungefährdeten Erfolg. Am Ende stand es 7:2, durch den ersten Saisontreffer von WM-Fahrer Bischofberger und den zweiten Torerfolg von Nico Mutter an diesem Abend. Nach einem schwierigen Saisonstart hat der 20-Jährige Neuzugang nun in den zwei letzten Partien dreimal für seinen neuen Klub getroffen.