Vor über 20 Jahren wurde am südexponierten Waldrand im Gebiet "Chinz" durch die Natur- und Landschaftskommission Eiken ein Waldlehrpfad realisiert und mit einer stufig aufgebauten Waldrandzone ein Lebensraum für diverse Tier- und Pflanzenarten geschaffen. Der Lehrpfad wird durch Mitarbeiter der Gemeinde Eiken unterhalten. Am 2. März wurde der rund 100 Meter Waldrand in einer gemeinsamen Aktion des Naturschutzvereins Eiken, der Mitarbeitenden der Gemeinde sowie der Eiker Landwirte nach ökologischen Kriterien ausgelichtet.

Dass eine Zusammenarbeit mit verschiedenen Interessengruppen gelingen kann, zeigte die Aktion am letzten Samstag im Gebiet Chinz. Unter fachkundiger Leitung von Markus Schuhmacher, Thomas Wohldmann und Coran Dusej, Feldbiologe und Fachexperte für Reptilien der karch.ch, wurde die Waldrandzone unterhalb des Waldlehrpfades gezielt ausgelichtet. Die Grenzzone zwischen Wald und Feld wurde mit diesem Eingriff aufgewertet. Vielfältig sind die ökologischen Aufgaben der stufigen Waldrandzonen, wie Lebensraum für licht- und wärmeliebende Sträucher und Kräuter und auf ihnen lebende Insekten, Brut- und Nahrungsplatz für verschiedene Vogelarten, Deckungs- und Äsungsplatz für das Wild und Lebensraum für Kleinsäuger und Reptilien.

Ein ideal aufgebautes Waldrandprofil weist eine Breite von 20- 30 Metern auf. Beim Chinz misst die Waldrandzone mindestens diese Grösse. Der zum Teil steinige Boden erschwerte die Ausholzarbeiten der Helfenden. Für wärmeliebende Tiere sind solche Böden an südexponierten, sonnigen Lagen jedoch kein Hindernis. Im Gegenteil, sie sind ein idealer Lebensraum zwischen offenem Feld und Wald. Damit das Sonnenlicht in dieser Übergangszone nicht durch Sträucher gebrochen wird, wurden die Pflanzen entfernt und aufgetürmt. Diese Asthaufen dienen Tieren dann wieder als Unterschlupf.

Die Waldrandpflege im Gebiet „Chinz“ ist mit dieser Aktion in diesem Jahr abgeschlossen, nicht jedoch die Arbeit für den Naturschutzverein Eiken. Der Verein wird die Ansiedlung und die Lebensraumentwicklung bis Herbst detailliert dokumentieren. Um den Erfolg auch quantitativ zu messen, wurden als Unterschlupfmöglichkeit für Kleintiere einige Bitumenwellplatten platziert.

Dass Landwirte, Naturfreunde und Gemeinde hinter dieser Waldrandaufwertung stehen, zeigte der stimmige Einsatz von 16 Personen an diesem 2. März. Sie setzten sich gemeinsam, wenn auch zum Teil aus unterschiedlichem Interessen, für die Erhaltung und Aufwertung der Natur an ihrem Wohnort ein.

Text: Daniela Lauber Bärlocher