Auf der Webseite nennt sie der Verein die «Kaderschmiede für Champions», in der Liga hören sie auf den klingenden Namen «Spielgemeinschaft Gelb-Schwarz / Kadetten Espoirs Schaffhausen». In voller Länge ausgesprochen ist der Gegner des TV Solothurn vom Samstag die Meisterprüfung für jeden ehrenamtlichen Hallenspeaker, deshalb ist die Mannschaft besser unter dem Kürzel «Kadetten Espoirs» bekannt.

Talentierte Handballspieler findet man in diesem Team gleich in grösserer Anzahl. Mit Patrice Bührer, Noah Haas, Philip Novak, Jonas Schelker, Elia Schaffhauser, Jannic Störchli und Samuel Zehnder stellen die Jungkadetten gleich sieben Spieler der Schweizer U21-Nationalmannschaft. Das ist fast ein Drittel des Nationalkaders.

Aufgepasst, Scharfschützen!

Das bedeutet aber auch, dass ein grosser Teil des Kadetten-Kaders in den letzten zwei Wochen keine Spielpause hatte, sondern eben mit dem Nationalteam unterwegs war. Sicherlich ein kleiner Vorteil für die Solothurner, die sich während der letzten zwei Wochen in den Trainings intensiv auf die bevorstehende Aufgabe vorbereiten konnten. Spannend wird im Duell des Tabellendritten gegen den Fünften – die beiden Teams sind durch lediglich einen Punkt getrennt – sicherlich das Duell der starken Solothurner Abwehr gegen die Offensiv-Power der Schaffhauser.

Für den TVS wird also einmal mehr die Defensive der Schlüssel zum Erfolg sein. Ein besonderes Augenmerk sollten die Solothurner auf den wendigen Jonas Schelker und den Hünen Noah Haas (2,04 Meter) legen. Ersterer ist mit 48 Toren Top-Torschütze der gesamten NLB und Haas’ Konto steht momentan bei 31 Treffern. Die beiden Junioren-Nationalspieler haben bisher keinen Auftritt der Jungkadetten verpasst und dürften auch am Samstag mit von der Partie sein.

TVS muss sich nicht verstecken

Die Kadetten Espoirs, zu Deutsch die Hoffnungen, sind aber durchaus schlagbar. Das hat diese Saison der TV Steffisburg bewiesen. Die Berner gewannen, nicht gänzlich unüberraschend, mit 26:23 gegen die Munotstädter. Zur Erinnerung: Solothurn besiegte Steffisburg sehr deutlich mit 11 Toren Differenz. Gerade die Tatsache, dass die Kadetten Espoirs die Talentschmiede für die zur Zeit renommierteste Schweizer Handballmannschaft (Kadetten Schaffhausen, Anm. d. Red.) sind, ist für das NLB-Team oft auch ein Nachteil. Nicht selten werden nämlich aussichtsreiche Spieler der Espoirs in der ersten Mannschaft eingesetzt.

Doch auch wenn der Gegner in Bestbesetzung in Solothurn erscheint, muss ich die Kurth-Truppe nicht verstecken. In den Reihen der Ambassadoren finden sich ebenfalls viele Talente, die dereinst den Sprung in die NLA schaffen könnten. Es besteht für den TV Solothurn also durchaus Espoir, das Verfolgerduell gegen die Jungkadetten zu gewinnen und in der Meisterschaft weiterhin ungeschlagen zu bleiben.