Wieso können Einfamilienhäuser an der Aare gebaut werden, ein Stadtpalais, wie es während einer der letzten kulturellen Hochblüten möglich war, nicht?

Keine Chancen verbauen

Es ist absolut undemokratisch, dass Meinungen von Minderheiten nicht anerkannt und akzeptiert werden. Aufgabe der Politik und nicht des freien Markts ist und bleibt das Schaffen der gesetzlichen Grundlagen, damit keine Chancen verbaut werden, solange sich diese nicht mit den grundlegendsten Gesetzen und Rechten widersprechen.

Verdichtetes Bauen ist weder ein Verbrechen, noch muss es staatlich vorgeschrieben werden. Es muss aber möglich sein, falls der freie Markt oder die Bedürfnisse der Bevölkerung – und zur Bevölkerungen gehören auch Minderheiten – es wünschen, dass dicht und städtisch gebaut werden kann, wie dies zum Beispiel während der Gründerzeit möglich gewesen ist.

Unbegrenztes Siedlungswachstum stoppen

Im Gegenzug dauz muss die Aufgabe vom Erhalten von lebenswerten Umgebungen rund um unsere Städte und Dörfer, von Seite der Politik mit mehr Elan angepackt werden. Es kann angesichts unserer allgemeinen Situation nicht weiter passieren, dass unsere Städte und Siedlungen ins Unbegrenzte ausufern und das zerstören was den Reiz und den Reichtum unseres Landes ausmacht.

Um dies zu erreichen, wird mindestens ein Weg über verdichtetes Bauen führen. Das in dichten Quartieren sich nicht nur Randständige aufhalten, sondern auch Millionäre sehr gut Platz finden, kann in vielen Städten der Schweiz, Europas und der Welt beobachtet werden. Aussagen, dass sich dichte Quartiere zu Problemviertel entwickeln können, sind inhaltlich nicht ganz richtig und sozial inakzeptabel, denn es ist nicht die Dichte alleine, welche über das Scheitern eines Quartiers entscheidet.

Nicht nur die Dichte entscheidet über Gelingen oder Scheittern

Vielmehr ist es das gesamte Angebot einer Stadt, die Vorzüge der Umgebung, die Steuerbelastung, das Arbeitsplatzangebot – die Aufzählung lässt sich selbstverständlich beliebig erweitern – welche insgesamt über den Erfolg einer Siedlung entscheiden.

Wunderbar an dichten Quartieren ist die kritische Masse an Menschen, welche ein vielfältiges Angebot schaffen und nutzten können. Dieses kann sich in einem schwach ausgenützten Quartier kaum entwickeln.

Nichts zu verlieren

Schlussendlich hat niemand etwas zu verlieren, wenn es die Politik erlauben würde dichte Quartiere zu bauen. Würde keine Nachfrage für Wohnen in städtischen, dichten Liegenschaften bestehen, so würde im undenkbaren schlechtesten Fall nichts passieren und die Stadt würde sich wie gehabt weiterentwickeln.

Idealerweise könnten aber spannende und lebenswerte Quartiere entstehen, wo die Bevölkerung neue Synergien, durch all die Vorzüge einer kompakten Stadt, nutzen könnte. Dazu gehören, ein breites, vielfältiges Angebot, kurze Wege, eine Vielfalt an sozialen Beziehungen, Dachgärten, Parks, schöne Räume und Träume. Nicht nur Millionäre braucht die Stadt, Vielfalt ist uns lieber!