Freitagabend. Kleine Kinder in Katzenkostümen huschen durch den Vorraum der Mehrzweckhalle in Laupersdorf. Die Türen sind geschlossen, das Publikum wartet gespannt. "Iiiih! Wie gsehts de do wieder us? Das isch jo schlimmer aus imene Saustall!", ruft die blonde, junge Dame aus, als sie die Bühne betritt. Damit beginnt die erste Vorstellung des STV Laupersdorf unter dem Motto "Unfassbar". Zwei weitere folgen am Samstag: Die Kindervorstellung am Nachmittag und die Abendvorstellung. Letztere ist mit 450 Plätzen praktisch ausgebucht, das Publikum der absolute Wahnsinn: Ganze drei Reigen werden zur Zugabe gebeten.

Die Barrenturner sind ein zweites Mal unfassbar feurig, der Mixed Reigen erneut unfassbar wild. Auch die mehrfachen Schweizer Meister im Paar-Aerobic, Ramona Probst und Michel Anken, geben eine Zugabe. Aber deren Programm ist nun doch etwas zu anstrengend, um es in so kurzer Zeit gleich zweimal hintereinander aufzuführen: In der Mitte brechen sie ab, die Kraft reicht einfach nicht mehr aus. Das Publikum tobt trotzdem, dankbar, die Turner überhaupt noch einmal kurz auf der Bühne sehen zu dürfen. Jeder einzelne Reigen wird mit tosendem Applaus belohnt, auch während den verschiedenen Aufführungen klatscht das Publikum mit und feuert die Turnenden an. Auch die Revue kommt gut an: Das Publikum lacht mit, wenn Tamara Kofmel als Bartenderin Chantal das Tussi heraushängen lässt. Wenn André Walpert als Geist seine Hände schelmisch kichernd aneinander reibt. Wenn Karin Gasser als Journalistin Gabi in perfektem Hochdeutsch brilliert. Und auch wenn sich Nils Brunner als Kevin wieder einmal herumkommandieren lässt.

"Im Schnitt etwa gleich wie vor zwei Jahren"

"Der Zusammenhalt ist unglaublich", sagt OK-Präsident Thomas Schweingruber. "Jeder einzelne Turner und jede einzelne Turnerin zog in diesem Jahr am selben Strick. Es ist einfach cool, mit so motivierten Leuten zu arbeiten." Anders als am Samstagabend war die Freitagsvorstellung nicht gut besucht: "Darüber bin ich etwas enttäuscht", sagt Schweingruber. Er hätte sich mehr Publikum gewünscht. Dafür lief die Kindervorstellung überraschend gut. "Im Schnitt kommt dieses Jahr etwa mit der Unterhaltung von vor zwei Jahren gleich."

Auch im Anschluss an die Vorstellung wurde fleissig gefeiert: Sowohl die Wein-Bar als auch die Unffas-Bar waren an beiden Abenden gut besucht, die Gäste konsumierten eifrig. Die letzten Partygäste blieben, bis die Vöglein draussen schon wieder zwitscherten. Und am Sonntag, als die Helfer die letzten Überreste der Veranstaltung aufräumten, wird sich wohl so manch einer mit vielleicht noch brummendem Kopf gedacht haben: "Was für ein Wochenende."