Schöftland – Böhler Passhöhe – Schlossrued

Trotz der sehr heissen Wetterprognose für den Donnerstag war unser Start am Bahnhof Olten und vor allem in den Bahn-Wagen angenehm kühl; und unsere Wanderleiterin Liliane Büttiker konnte ab Schönenwerd doch eine reduzierte 15-köp-fige Wandergruppe begrüssen. In Aarau bestiegen wir die „A-Welle“, die uns mit schönen Wagen im Nu nach Schöftland brachte.

Schöftland, mit seiner stattlichen gotisch-barocken Pfarrkirche und dem markanten Käsbissenturm aus dem 16. Jh., liegt an der Suhre, die auch von der Ruederche aus dem Ruedertal gespiesen wird. In nordöstlicher Richtung zweigt das Surtal ab und führt über den 611 m hohen Böhlerpass ins Wynental.

Der Stiftspropst von Schönenwerd übergab im Jahr 1220 dem Kloster St. Urban in „Schofftellang“ zwei Güter. Der frühere Namen von Schöftland stammt aus dem Althochdeutschen und bedeutet „einen Abhang mit Schachtelhalm bewachsen“. Das Dorf kam in den Herrschaftsbereich der Habsburger und um 1350 entstand das Muhenamt, ein gesonderter Gerichtsbezirk, zu dem auch Schöftland gehörte. Und als die Berner 1415 den Aargau eroberten, gehörte Schöftland zum Untertanengebiet der Stadt Bern, bis die Franzosen die „Gnädigen Herren“ von Bern entmachteten und 1798 die Helvetische Republik ausriefen. Schöftland gehört seither zum Kanton Aar-gau, sowie das Fricktal.

Das um 1660 erbaute Schloss dient heute als Gemeindeverwaltung; an derselben Stelle stand im Mittelalter ein kleiner Burgturm, der im Sempacherkrieg zerstört wurde.

So nahmen wir „ohne Startkaffee“ den Weg unter die Füsse und erstiegen gemütlich die Anhöhe. Eine frühere Sandsteinfelsgrube wurde eingehend bewundert, bis wir wieder durch den Schatten spendenden Wald bis zur Böhlerpasshöhe wanderten, wo wir auf einem schönen Rastplatz unsere Mittagspause verbrachten. - Nach unserer Verpflegung überquerten wir die Böhler-Passstrasse und nahmen den Abstieg nach Schlossrued in Angriff. Und schon bald wurden wir im Gasthaus Storchen freundlich empfangen, dem ehemaligen Kornhaus der gegenüberliegenden Schlossmühle aus dem Jahr 1658.

Das auf einer das Ruedertal überragenden Hügelkuppe gelegene 4-geschossige Schloss im Berner Landhausstil, mit hohem Walmdach, ist unübersehbar und schön restauriert. Es war der Stammsitz eines bereits 1155 erstmals bezeugten Edel-geschlechts und gehörte bis 1861 der Familie von May und ist seither in Privatbesitz.

Nach unserer Stärkung durch Getränke, Eiscafé und dem obligaten Nussgipfel im „Storchen“, brachte uns der Bus wieder an den Ausgangspunkt Schöftland zurück. Die „A-Welle“ führte uns in gekühlten Wagen nach Aarau und ein Schnellzug beförderte uns nach Olten, wo wir uns wohlbehütet und dankbar von unserer Wan-derleiterin verabschiedeten.  Von Gerhard Eglin